"Furcht ist wie Feuer. Wenn du es beherrschst, dann heizt es dein Haus und kann dein Essen kochen. Aber wenn es die Oberhand gewinnt, dann kann es dich verbrennen, dich vernichten. Du kannst die Furcht kontrollieren. Kontrollierst du deine Furcht, kontrollierst du dein Leben."
Alex, 'In Treatment', 24.3.10, 3sat
Evolutionäre Spiritualität ist eine globale spirituelle Weltsicht, die versucht den materialistischen Reduktionismus zu überwinden. Es geht um eine evolutionäre Perspektive mit spiritueller Tiefe. Die Welt ist ein interdependentes Netz, und sie wird als heilig angesehen. Meine Gedanken zum Thema versuchen dabei sowohl kritisch-aufgeklärter Philosophie zu folgen, wie auch offen zu sein für die Weisheiten der verschiedenen Weltreligionen.
Samstag, 27. März 2010
Sonntag, 21. März 2010
Eine Reise ins Heilige Land ...
Ein Mann und seine ewig nörgelnde Frau verreisen nach Jerusalem in die Ferien. Während ihres Aufenthaltes stirbt seine Frau. Der Bestattungsunternehmer macht dem Mann folgendes Angebot: "Sie können Ihre Frau hier im Heiligen Land begraben lassen, das kostet $150. Oder wir können sie zurück zu Ihnen nachhause verschiffen. Das würde $5000 kosten." Der Ehemann überlegt sich die Sache und teilt dem Bestattungsunternehmer mit, dass er seine Frau nachhause verschifft haben möchte.
Der Bestattungsunternehmer ist verdutzt und fragt: "Wieso möchten Sie ihre Frau nachhause verschiffen, kostet das doch $5000? Ein schönes Begräbnis hier würde nur $150 kosten." Der Ehemann antwortet: "Vor langer Zeit starb hier ein Mann. Er wurde begraben. Aber nach drei Tagen auferstand er von den Toten. Ich kann dieses Risiko einfach nicht eingehen!"
Der Bestattungsunternehmer ist verdutzt und fragt: "Wieso möchten Sie ihre Frau nachhause verschiffen, kostet das doch $5000? Ein schönes Begräbnis hier würde nur $150 kosten." Der Ehemann antwortet: "Vor langer Zeit starb hier ein Mann. Er wurde begraben. Aber nach drei Tagen auferstand er von den Toten. Ich kann dieses Risiko einfach nicht eingehen!"
Mittwoch, 17. März 2010
Anatomie der menschlichen Destruktivität
So lautet der Titel von einem Hauptwerk von Erich Fromm. Wegen seines Umfangs konnte ich mich bis heute leider noch nicht dazu überwinden, es ganz zu lesen. Nun hat BRalpha ein Gespräch mit Erich Fromm wiederholt (am 15.3.10; anlässlich seines 30. Todestages), das genau dieses Buch zum Inhalt hatte. Meine Notizen:
Ist Aggression das angeborene Böse? - Fromm meint nein. Tiere haben zwar angeborene Aggression, setzen diese aber nur defensiv ein, nur wenn sie wirklich notwendig ist. Der Mensch ist das einzige Tier, das Destruktivität auch ganz irrational einsetzt. Der Mensch kann eine Lust am zerstören und quälen entwickeln, wie sie so im Tierreich nirgendwo vorkommt. Evolutionär kann der Übergang vom Tier zum Menschen durch drei Faktoren beschrieben werden: immer tiefere Instinktdeterminiertheit, eine rapide Zunahme an Denkkapazität und schliesslich die Herausbildung eines Selbstbewusstseins. So ist der Mensch aus der Natur herausgetreten. Kultur hat die Rolle von Instinkten übernommen. Und der Mensch kämpft um Freiheit, um sich vollkommen entfalten zu können.
Aber der Mensch hat eine spezifisch bösartige Destruktivität, die nur ihm eigen ist. Warum aber dieses menschlich abgrundtief Böse? - Eine religiöse Antwort wäre z.B., dass es die Folge des Sündenfalls ist und somit unsere Bestrafung. Menschliche Ursachen können grundsätzlich zweierlei angegeben werden: einerseits gesellschaftliche, ökonomische und politische, anderseits unsere Auseinandersetzung mit unserer Sterblichkeit.
Fromm hat nun zwei Formen der Destruktivität besonders untersucht: den Sadismus und die Nekrophilie.
Im Falle des Sadisten werden einerseits sexuelle Gründe genannt. Die Lust andere körperlich und psychisch zu fesseln, zu quälen, zu demütigen und zu verletzen. Fromm geht es aber weniger um diese sexuelle Komponente, als um die Leidenschaft ein anderes Lebewesen vollkommen zu kontrollieren, Macht über andere Lebewesen zu haben. Es ist der Traum von Allmacht. Der Sadist hasst nie den Starken. Er verehrt den, der ihm überlegen ist. Aber der Sadist hasst den, der schwach ist. Ohnmacht ruft die Besessenheit hervor, den anderen zu kontrollieren, ihn zu seinem Objekt zu machen. (Anstatt ihn zu lieben!) Egal ob Hund, Kind, Sklave oder abhängige Menschen. Der Sadismus ist die Leidenschaft der seelischen Krüppel! Es ist der Versuch die eigene Ohnmacht - sowohl sozial (soziale Bedingungen), wie auch existenziell (Tod) - zu kompensieren, indem man Gott wird. Es ist ein Allmachtswahn, für den der Sadist bereit ist, alles zu opfern.
Die andere Form der menschlichen Destruktivität ist die Nekrophilie - die Leichenschändung. Es ist das Bedürfnis zu zerstückeln: Leichen, Menschen, kurz alles Lebendige! Während der Sadist das Leben nicht zerstören will, hasst der Nekrophile das Leben. Der Sadist will es nur ganz beherrschen, der Nekrophile will es ganz zerstören. Der Nekrophile will Rache nehmen, dass er selbst das Leben nicht erlebt hat. Der Gegenbegriff wäre Biophilie: die Liebe zum Lebendigen, der Wunsch das Wachstum zu fördern.
Fromm hat sich natürlich auch Gedanken gemacht, wie die menschliche Destruktivität überwunden werden kann? - Wenn das Leben interessant, liebenswert und lebenswert ist. Wenn Menschen Freude am Leben haben. Dann verwandelt sich ihre Lebensenergie nicht in sadistische oder destruktive Energie. Heute ist aber das Leben vielfach uninteressant und langweilig. Und die Destruktivität ist die Antwort auf das ungelebte Leben.
***
Ist Aggression das angeborene Böse? - Fromm meint nein. Tiere haben zwar angeborene Aggression, setzen diese aber nur defensiv ein, nur wenn sie wirklich notwendig ist. Der Mensch ist das einzige Tier, das Destruktivität auch ganz irrational einsetzt. Der Mensch kann eine Lust am zerstören und quälen entwickeln, wie sie so im Tierreich nirgendwo vorkommt. Evolutionär kann der Übergang vom Tier zum Menschen durch drei Faktoren beschrieben werden: immer tiefere Instinktdeterminiertheit, eine rapide Zunahme an Denkkapazität und schliesslich die Herausbildung eines Selbstbewusstseins. So ist der Mensch aus der Natur herausgetreten. Kultur hat die Rolle von Instinkten übernommen. Und der Mensch kämpft um Freiheit, um sich vollkommen entfalten zu können.
Aber der Mensch hat eine spezifisch bösartige Destruktivität, die nur ihm eigen ist. Warum aber dieses menschlich abgrundtief Böse? - Eine religiöse Antwort wäre z.B., dass es die Folge des Sündenfalls ist und somit unsere Bestrafung. Menschliche Ursachen können grundsätzlich zweierlei angegeben werden: einerseits gesellschaftliche, ökonomische und politische, anderseits unsere Auseinandersetzung mit unserer Sterblichkeit.
Fromm hat nun zwei Formen der Destruktivität besonders untersucht: den Sadismus und die Nekrophilie.
Im Falle des Sadisten werden einerseits sexuelle Gründe genannt. Die Lust andere körperlich und psychisch zu fesseln, zu quälen, zu demütigen und zu verletzen. Fromm geht es aber weniger um diese sexuelle Komponente, als um die Leidenschaft ein anderes Lebewesen vollkommen zu kontrollieren, Macht über andere Lebewesen zu haben. Es ist der Traum von Allmacht. Der Sadist hasst nie den Starken. Er verehrt den, der ihm überlegen ist. Aber der Sadist hasst den, der schwach ist. Ohnmacht ruft die Besessenheit hervor, den anderen zu kontrollieren, ihn zu seinem Objekt zu machen. (Anstatt ihn zu lieben!) Egal ob Hund, Kind, Sklave oder abhängige Menschen. Der Sadismus ist die Leidenschaft der seelischen Krüppel! Es ist der Versuch die eigene Ohnmacht - sowohl sozial (soziale Bedingungen), wie auch existenziell (Tod) - zu kompensieren, indem man Gott wird. Es ist ein Allmachtswahn, für den der Sadist bereit ist, alles zu opfern.
Die andere Form der menschlichen Destruktivität ist die Nekrophilie - die Leichenschändung. Es ist das Bedürfnis zu zerstückeln: Leichen, Menschen, kurz alles Lebendige! Während der Sadist das Leben nicht zerstören will, hasst der Nekrophile das Leben. Der Sadist will es nur ganz beherrschen, der Nekrophile will es ganz zerstören. Der Nekrophile will Rache nehmen, dass er selbst das Leben nicht erlebt hat. Der Gegenbegriff wäre Biophilie: die Liebe zum Lebendigen, der Wunsch das Wachstum zu fördern.
Fromm hat sich natürlich auch Gedanken gemacht, wie die menschliche Destruktivität überwunden werden kann? - Wenn das Leben interessant, liebenswert und lebenswert ist. Wenn Menschen Freude am Leben haben. Dann verwandelt sich ihre Lebensenergie nicht in sadistische oder destruktive Energie. Heute ist aber das Leben vielfach uninteressant und langweilig. Und die Destruktivität ist die Antwort auf das ungelebte Leben.
***
Ins Dasein geworfen.
Ins Dasein geliebt.
Das Mysterium,
das dem Leben seinen Sinn gibt.
Das Unverzeiliche zu vergeben.
Atemberaubend -
die Seele des Guten.
Das Mysterium,
das dem Leben seinen Sinn gibt.
Das Unverzeiliche zu vergeben.
Atemberaubend -
die Seele des Guten.
Samstag, 13. März 2010
Gewaltprävention durch Förderung von Sozialkompetenz
"Brutal, kaltblütig, gnadenlos" betitelte die NZZ jüngst einen Artikel und fragte: Wächst eine junge Generation ohne Empathie und Respekt heran? (vgl. Linkliste unten)
Frustration abzureagieren wird zum Handlungsmotiv. Wird erst einmal zugeschlagen, dann fehlt jede Empathie, Reue oder Hemmschwelle. Sogenannte "Risikofaktoren" gewalttätig zu werden sind: mangelnde emotionale Bindung zu Eltern und Vertrauenspersonen, fehlende Betreuung, häusliche Gewalt, Mobbing, schulischer Misserfolg, Alkohol- und Drogenmissbrauch. V.a. aber gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bildung und Gewalt. Je höher die Bildung, desto geringer die Gewaltbereitschaft und umgekehrt! Einsicht und Verständnis lassen friedfertig werden.
Jugendliche brauchen mehr Orientierung und Integration. Zukunftsängste, Leistungsdruck, sowie Perspektivlosigkeit führen zu Resignation und brüchiger sozialer Einbindung. Ein zivilisierter Umgang entsteht nicht von selbst, sondern muss immer wieder vorgelebt werden. Wichtig sind Empathie, Respekt, Hilfsbereitschaft, Gewissen, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Sie sind die Basis einer konstruktiven Konfliktbewältigung. Neben der Familie kommt v.a. der Schule eine grosse Bedeutung zu im Vermitteln von sozialkognitiven Kompetenzen. Denn Gewaltprävention ist ein Muss! Jede Tat hinterlässt bei Opfern und Tätern tiefe Spuren. Oft lebenslang.
Jugendgewalt hat meist ihre Ursachen in der Kindheit. Mit zunehmendem Alter wird körperliche Aggression seltener. Dank zunehmender Sozialkompetenz werden aggressive Impulse unter Kontrolle gehalten und es werden Alternativen zum Einsatz von Gewalt gefunden. Aber trotzdem bleibt Aggressivität häufig ein stabiles Merkmal in der Entwicklung eines Menschen. Gewalt und Aggression sind aber meist Indikator für schwerwiegende Verhaltensprobleme. Gewaltprävention kann deswegen zu einer breiten Förderung von Lebenschancen führen.
Damit Gewalt ausbrechen kann ist eine Kombination von Disposition und Situation notwendig. Auf der Seite der individuellen Faktoren stehen die Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens mit Familie, Schule, Gleichaltrigen, Nachbarschaft und in der Gemeinde gemacht hat. Es ergibt sich so ein je spezifischer krimineller Lebenslauf. Auf der Seite der situativen Faktoren sind es: soziale Kontrolle, Gelegenheiten, potentielle Opfer, Streit/Provokation. Massnahmen zur Gewaltprävention müssen entsprechend auf den verschiedenen Wirkungsebenen ansetzen. Eisner et al. haben die wichtigsten Risikofaktoren für Gewalt und Aggression in den verschiedenen Lebensphasen zusammengetragen (Tabelle 6 aus 'Prävention von Jugendgewalt' '06; vgl. Linkliste unten):
Frustration abzureagieren wird zum Handlungsmotiv. Wird erst einmal zugeschlagen, dann fehlt jede Empathie, Reue oder Hemmschwelle. Sogenannte "Risikofaktoren" gewalttätig zu werden sind: mangelnde emotionale Bindung zu Eltern und Vertrauenspersonen, fehlende Betreuung, häusliche Gewalt, Mobbing, schulischer Misserfolg, Alkohol- und Drogenmissbrauch. V.a. aber gibt es einen deutlichen Zusammenhang zwischen Bildung und Gewalt. Je höher die Bildung, desto geringer die Gewaltbereitschaft und umgekehrt! Einsicht und Verständnis lassen friedfertig werden.
Jugendliche brauchen mehr Orientierung und Integration. Zukunftsängste, Leistungsdruck, sowie Perspektivlosigkeit führen zu Resignation und brüchiger sozialer Einbindung. Ein zivilisierter Umgang entsteht nicht von selbst, sondern muss immer wieder vorgelebt werden. Wichtig sind Empathie, Respekt, Hilfsbereitschaft, Gewissen, Frustrationstoleranz und Impulskontrolle. Sie sind die Basis einer konstruktiven Konfliktbewältigung. Neben der Familie kommt v.a. der Schule eine grosse Bedeutung zu im Vermitteln von sozialkognitiven Kompetenzen. Denn Gewaltprävention ist ein Muss! Jede Tat hinterlässt bei Opfern und Tätern tiefe Spuren. Oft lebenslang.
Jugendgewalt hat meist ihre Ursachen in der Kindheit. Mit zunehmendem Alter wird körperliche Aggression seltener. Dank zunehmender Sozialkompetenz werden aggressive Impulse unter Kontrolle gehalten und es werden Alternativen zum Einsatz von Gewalt gefunden. Aber trotzdem bleibt Aggressivität häufig ein stabiles Merkmal in der Entwicklung eines Menschen. Gewalt und Aggression sind aber meist Indikator für schwerwiegende Verhaltensprobleme. Gewaltprävention kann deswegen zu einer breiten Förderung von Lebenschancen führen.
Damit Gewalt ausbrechen kann ist eine Kombination von Disposition und Situation notwendig. Auf der Seite der individuellen Faktoren stehen die Erfahrungen, die man im Laufe seines Lebens mit Familie, Schule, Gleichaltrigen, Nachbarschaft und in der Gemeinde gemacht hat. Es ergibt sich so ein je spezifischer krimineller Lebenslauf. Auf der Seite der situativen Faktoren sind es: soziale Kontrolle, Gelegenheiten, potentielle Opfer, Streit/Provokation. Massnahmen zur Gewaltprävention müssen entsprechend auf den verschiedenen Wirkungsebenen ansetzen. Eisner et al. haben die wichtigsten Risikofaktoren für Gewalt und Aggression in den verschiedenen Lebensphasen zusammengetragen (Tabelle 6 aus 'Prävention von Jugendgewalt' '06; vgl. Linkliste unten):
- Säugling bis Kleinkindalter
- Individuum: Ruhelosigkeit, Aufmerksamkeitsschwäche, Impulsivität, mangelnde Frustrationstoleranz, feindliche Wahrnehmungsmuster
- Familie: Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft, Geburtskomplikationen, geringe elterliche emotionale Wärme, Misshandlung, Vernachlässigung, Überforderung, Depression der Mutter, tiefe sozio-ökonomische Lage.
- Familie: geringe elterliche emotionale Wärme, mangelnde elterliche Aufsicht, inkonsistenter und ineffizienter Erziehungsstil, Desinteresse der Eltern an kindlichen Aktivitäten, elterliche Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Streit zwischen den Elternteilen
- Schule und Freizeit: schulische Probleme und geringe schulische Motivation, Unbeliebtheit bei Gleichaltrigen, unklare Regeldurchsetzung im Schulhaus, negatives Schulhausklima.
- Familie: inkonsistenter und ineffizienter Erziehungstil, elterliches Desinteresse
- Schule: schulischer Misserfolg, negatives Schulhausklima
- Gleichaltrige und Lebenstil: gewaltbefürwortende Normen unter Freunden, Gewalt in der Clique, "actionorientierter" Lebensstil, Konsum von gewalttätigen Medien
- Nachbarschaft und soziales Umfeld: soziale Benachteiligung/tiefe soziale Lage, geringer Zusammenhalt im Quartier, viele Umzüge, Kriminalität/Drogenprobleme/Prostitution im Quartier, geringes Engagement für geteilte Anliegen.
Für das einzelne Individuum zentral ist seine Persönlichkeit. Im Laufe des Lebens erworbene soziale Kompetenzen können zu einem wichtigen Schutzfaktor gegen spätere Entstehung von Gewalt sein! Hier setzen auch viele Gewaltpräventionsprogramme an.
Das Trainingsprogramm PFADE versucht durch Förderung sozialer und emotionaler Kompetenz Gefühls- und Verhaltensstörungen vorzubeugen. Die Schule sollte, neben Lesen und Schreiben und Mathematik, auch helfen die grundlegenden Sozialkompetenzen zu entwickeln. Gefragt sind gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien, Deeskalationstechniken und friedliche Selbstbehauptung. Die wichtigsten Bausteine sind:
Denn mangelnde Selbstkontrolle, geringe emotionale Kompetenzen, fehlende Empathie und Perspektivenübernahme, fehlende soziale Problemlösungsfähigkeiten und ein negatives Klassen- und Schulhausklima sind stark für das Aufkommen von Gewalt und Drogenmissbrauch verantwortlich.
Wichtige Links:
- "Brutal, kaltblütig, gnadenlos", von Elsbeth Tobler, NZZ online, 13.3.10
- Eisner et al., 'Prävention von Jugendgewalt', Eidgenössische Ausländerkommission, 2006
- und der aktuellere und umfangreichere Bericht von 2009, vom Bundesamt für Sozialversicherungen:
- Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von Kindern - z-proso.
***
- Familie: Drogenmissbrauch während der Schwangerschaft, Geburtskomplikationen, geringe elterliche emotionale Wärme, Misshandlung, Vernachlässigung, Überforderung, Depression der Mutter, tiefe sozio-ökonomische Lage.
- Primarschulalter:
- Familie: geringe elterliche emotionale Wärme, mangelnde elterliche Aufsicht, inkonsistenter und ineffizienter Erziehungsstil, Desinteresse der Eltern an kindlichen Aktivitäten, elterliche Gewalt, Missbrauch, Vernachlässigung, Streit zwischen den Elternteilen
- Schule und Freizeit: schulische Probleme und geringe schulische Motivation, Unbeliebtheit bei Gleichaltrigen, unklare Regeldurchsetzung im Schulhaus, negatives Schulhausklima.
- Jugendalter:
- Familie: inkonsistenter und ineffizienter Erziehungstil, elterliches Desinteresse
- Schule: schulischer Misserfolg, negatives Schulhausklima
- Gleichaltrige und Lebenstil: gewaltbefürwortende Normen unter Freunden, Gewalt in der Clique, "actionorientierter" Lebensstil, Konsum von gewalttätigen Medien
- Nachbarschaft und soziales Umfeld: soziale Benachteiligung/tiefe soziale Lage, geringer Zusammenhalt im Quartier, viele Umzüge, Kriminalität/Drogenprobleme/Prostitution im Quartier, geringes Engagement für geteilte Anliegen.
Für das einzelne Individuum zentral ist seine Persönlichkeit. Im Laufe des Lebens erworbene soziale Kompetenzen können zu einem wichtigen Schutzfaktor gegen spätere Entstehung von Gewalt sein! Hier setzen auch viele Gewaltpräventionsprogramme an.
Das Trainingsprogramm PFADE versucht durch Förderung sozialer und emotionaler Kompetenz Gefühls- und Verhaltensstörungen vorzubeugen. Die Schule sollte, neben Lesen und Schreiben und Mathematik, auch helfen die grundlegenden Sozialkompetenzen zu entwickeln. Gefragt sind gewaltfreie Konfliktlösungsstrategien, Deeskalationstechniken und friedliche Selbstbehauptung. Die wichtigsten Bausteine sind:
- Regeln für das Zusammenleben: Anerkennung und Liebe sind wichtig.
- ein gesundes Selbstwertgefühl: Menschen, die mit ihrem Leben und ihren Perspektiven zufrieden sind; Individuen mit hohem Selbstwertgefühl fühlen sich meist gut und sind optimistisch.
- emotionale Intelligenz, d.h. emotionale Aufmerksamkeit und Wahrnehmungsfähigkeit zusammen mit der Kompetenz auf Gefühle angemessen reagieren zu könnnen.
- Selbstkontrolle: Umgang mit unangenehmen Gefühlen, wie Wut, Angst oder Frustration. Abnahme der Impulsivität
- Problemlösungsstrategien: konstruktive, positive Grundhaltung
- soziales Zusammenleben und Freundschaften: Mitgefühl, Fairness, ein guter Gewinner und auch mal ein guter Verlierer zu sein, wissen wie man Freundschaften schliesst und pflegt, und wie man sich nach einem Streit wieder versöhnt.
Denn mangelnde Selbstkontrolle, geringe emotionale Kompetenzen, fehlende Empathie und Perspektivenübernahme, fehlende soziale Problemlösungsfähigkeiten und ein negatives Klassen- und Schulhausklima sind stark für das Aufkommen von Gewalt und Drogenmissbrauch verantwortlich.
Wichtige Links:
- "Brutal, kaltblütig, gnadenlos", von Elsbeth Tobler, NZZ online, 13.3.10
- Eisner et al., 'Prävention von Jugendgewalt', Eidgenössische Ausländerkommission, 2006
- und der aktuellere und umfangreichere Bericht von 2009, vom Bundesamt für Sozialversicherungen:
- Zürcher Projekt zur sozialen Entwicklung von Kindern - z-proso.
***
Bronski Beat - Smalltown Boy.
Sonntag, 7. März 2010
Have Fun!
Die Website The Ongoing Adventures of ASBO Jesus kann sehr empfohlen werden!
Ein paar meiner Lieblingscartoons sind:
681: A man walking along in the fear of being ambushed by his own thoughts.

686: I'm just trying to dig up the truth, I know it's down here somewhere.
832: Genesis is literal, historical fact and Hamlet was written by a monkey with a typewriter.
838: I really need a holiday. - This one here looks nice. "Come to Switzerland. Home of mountains, lakes, cuckoo clocks, chalets and euthanasia."
681: A man walking along in the fear of being ambushed by his own thoughts.

686: I'm just trying to dig up the truth, I know it's down here somewhere.
832: Genesis is literal, historical fact and Hamlet was written by a monkey with a typewriter.
838: I really need a holiday. - This one here looks nice. "Come to Switzerland. Home of mountains, lakes, cuckoo clocks, chalets and euthanasia."
Samstag, 6. März 2010
Biblische Weisheit II: Psalm 22 & 23
Die beiden Psalme 22 und 23 scheinen mir besonders bedenkenswert zu sein. Kommt hier doch auf verdichtete Art und Weise das ganze Spektrum an Weisheit zum Ausdruck.
Psalm 22 ist voll von existenzieller Angst und totaler Verlassenheit.
Psalm 22: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,
bist fern meiner Rettung, den Worten meiner Klage?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du antwortest nicht,
bei Nacht, doch ich finde keine Ruhe.
Vers 1 ist das Gleiche, was Jesus schreit, bevor er am Kreuz stirbt. Nach Matthäus 27,46 und Markus 15,34 rezitiert Jesus am Kreuz den Psalm auf Aramäisch: "Eli, eli lema sabachthani!" Es ist totale Hoffnungslosigkeit! (Und ich vermute, der Name Satan muss von diesem Ausdruck kommen: Gottferne, Gottverlassenheit.)
Nun dieses "eli, eli" erinnert mich an einen Film, den ich letztes Wochenende im Kino gesehen habe. Der Titel war 'The Book of Eli'. Der Held ist Eli (Denzel Washington), der ein geheimnisvolles Buch quer durch ein verwüstetes Amerika nach Westen bringen soll. Als jemand, der nicht Bibel belesen ist, habe ich natürlich die Anspielung zuerst nicht erkannt. Erst am Schluss des Films, erfährt der Zuschauer, dass es sich beim "Book of Eli" um eine King James Bibel handelt. Nun verstehe ich, dass "Book of Eli", "Buch Gottes" heisst. Und dieses Buch wurde verfolgt, wegen seiner Macht! Es gibt den Armen und Gequälten eine Sprache, um ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Und zugleich ist es Quelle der grössten Hoffnung. Dies ist aber auch der Grund, warum der Anführer der Bösen - um alles in der Welt - das letzte Exemplar dieses Buches haben will. Mit ihm lässt sich in einer post-apokalyptischen Welt herrschen!
Und es ist Psalm 23 (nach der Gottverlassenheit von Psalm 22), welcher die Hoffnung auf schönste Art zum Ausdruck bringt. Er wird von Eli im Film auch häufig rezitiert.
Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte
1 Der Herr ist mein Hirte, mir mangelt an nichts,
2 er weidet mich auf grüne Auen.
Zur Ruhe am Wasser führt er mich,
3 neues Leben gibt er mir.
Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit
um seines Namens willen.
4 Wandere ich auch im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich.
5 Du deckst mir den Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
übervoll ist mein Becher.
6 Güte und Gnade werden mir folgen
alle meine Tage,
und ich werde zurückkehren ins Haus des Herrn
mein Leben lang.
P.S.
Die Website zum Film 'The Book of Eli'
Besinnliche Musik, Bilder und Worte: Der gute Hirte - Psalm 23
P.P.S.
Vielleicht kennt Ihr auch die Gruppe 'E Nomine'?
Für hoffnungslos im Angesicht des Bösen steht wohl...
Das Omen
und die letzte Weisheit ist wohl ...
Denn sie wissen nicht was sie tun
Psalm 22 ist voll von existenzieller Angst und totaler Verlassenheit.
Psalm 22: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen!
2 Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen,
bist fern meiner Rettung, den Worten meiner Klage?
3 Mein Gott, ich rufe bei Tag, doch du antwortest nicht,
bei Nacht, doch ich finde keine Ruhe.
Vers 1 ist das Gleiche, was Jesus schreit, bevor er am Kreuz stirbt. Nach Matthäus 27,46 und Markus 15,34 rezitiert Jesus am Kreuz den Psalm auf Aramäisch: "Eli, eli lema sabachthani!" Es ist totale Hoffnungslosigkeit! (Und ich vermute, der Name Satan muss von diesem Ausdruck kommen: Gottferne, Gottverlassenheit.)
Nun dieses "eli, eli" erinnert mich an einen Film, den ich letztes Wochenende im Kino gesehen habe. Der Titel war 'The Book of Eli'. Der Held ist Eli (Denzel Washington), der ein geheimnisvolles Buch quer durch ein verwüstetes Amerika nach Westen bringen soll. Als jemand, der nicht Bibel belesen ist, habe ich natürlich die Anspielung zuerst nicht erkannt. Erst am Schluss des Films, erfährt der Zuschauer, dass es sich beim "Book of Eli" um eine King James Bibel handelt. Nun verstehe ich, dass "Book of Eli", "Buch Gottes" heisst. Und dieses Buch wurde verfolgt, wegen seiner Macht! Es gibt den Armen und Gequälten eine Sprache, um ihre Gefühle zum Ausdruck zu bringen. Und zugleich ist es Quelle der grössten Hoffnung. Dies ist aber auch der Grund, warum der Anführer der Bösen - um alles in der Welt - das letzte Exemplar dieses Buches haben will. Mit ihm lässt sich in einer post-apokalyptischen Welt herrschen!
Und es ist Psalm 23 (nach der Gottverlassenheit von Psalm 22), welcher die Hoffnung auf schönste Art zum Ausdruck bringt. Er wird von Eli im Film auch häufig rezitiert.
Psalm 23: Der Herr ist mein Hirte
1 Der Herr ist mein Hirte, mir mangelt an nichts,
2 er weidet mich auf grüne Auen.
Zur Ruhe am Wasser führt er mich,
3 neues Leben gibt er mir.
Er leitet mich auf Pfaden der Gerechtigkeit
um seines Namens willen.
4 Wandere ich auch im finsteren Tal,
fürchte ich kein Unheil,
denn du bist bei mir,
dein Stecken und dein Stab,
sie trösten mich.
5 Du deckst mir den Tisch
im Angesicht meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl,
übervoll ist mein Becher.
6 Güte und Gnade werden mir folgen
alle meine Tage,
und ich werde zurückkehren ins Haus des Herrn
mein Leben lang.
P.S.
Die Website zum Film 'The Book of Eli'
Besinnliche Musik, Bilder und Worte: Der gute Hirte - Psalm 23
P.P.S.
Vielleicht kennt Ihr auch die Gruppe 'E Nomine'?
Für hoffnungslos im Angesicht des Bösen steht wohl...
Das Omen
und die letzte Weisheit ist wohl ...
Denn sie wissen nicht was sie tun
Samstag, 27. Februar 2010
Biblische Weisheit I
Aus dem Buch der Sprüche (um 600 v.u.Z.):
Der Herr hat mich - die Weisheit - geschaffen am Anfang seines Wegs,
vor seinen anderen Werken, vor aller Zeit.
In fernster Zeit wurde ich gebildet,
am Anfang, in den Urzeiten der Erde. (8: 22, 23)
Statt Silber nehmt meine Unterweisung an,
und Wissen lieber als reines Gold.
Denn die Weisheit ist besser als Perlen,
und keine Kostbarkeit kommt ihr gleich.
Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit
und finde umsichtiges Wissen. (8: 10-12)
Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst
und meine Gebote bei dir bewahrst,
Dann wirst du verstehen, was Gerechtigkeit ist und was Recht,
Geradheit und jede Bahn des Guten.
Denn die Weisheit wird in dein Herz einziehen,
und das Wissen wird deiner Seele wohltun.
Die Umsicht wird über dir wachen,
die Einsicht wird dich beschützen.
Sie werden dich bewahren vor dem Weg des Bösen,
vor dem Mann, der Falsches redet,
vor denen, die die geraden Pfade verlassen,
um auf den Wegen der Finsternis zu gehen,
die sich freuen, Böses zu tun,
die die Verkehrtheit des Bösen bejubeln,
deren Pfade krumm sind
und die auf ihren Bahnen in die Irre gehen.
Ihr Haus neigt sich dem Tod zu,
und zu den Schatten führen ihre Bahnen.
Wer zu ihnen geht, kehrt nicht zurück
und gelangt nicht wieder auf die Pfade des Lebens.
So gehst du auf dem Weg der Guten
und bleibst auf den Pfaden der Gerechten. (2: 1, 9-15, 18-20)
Betritt nicht den Pfad der Frevler,
und geh nicht auf dem Weg der Bösen.
Meide ihn, folge ihm nicht,
beachte ihn nicht und geh weiter.
Denn sie können nicht schlafen, wenn sie nichts Böses tun,
und es raubt ihnen den Schlaf, wenn sie niemanden zu Fall
bringen können.
Sie essen das Brot des Frevels
und trinken den Wein der Gewalttat.
Doch der Pfad der Gerechten ist wie der Glanz am Morgen,
er wird immer heller bis zum vollen Tag.
Der Weg der Frevler ist wie die dunkle Nacht;
sie erkennen nicht einmal, worüber sie straucheln. (4: 14-19)
Denn dem Dummen bereitet eine Schandtat Vergnügen,
Weisheit aber dem einsichtigen Mann. (10: 23)
Wer Gutes erstrebt, findet Wohlgefallen,
wer aber nach Bösem trachtet, über den wird es kommen. (11: 27)
Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben,
der schändliche Weg aber führt zum Tod. (12: 28)
Das Herz des Verständigen verschafft sich Erkenntnis,
und Erkenntnis sucht das Ohr der Weisen. (18: 15)
Sei nicht neidisch auf böse Menschen,
und sehne dich nicht nach ihrer Gesellschaft.
Denn ihr Herz denkt an Gewalt,
und ihre Lippen reden Unheil.
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut,
und durch Einsicht gewinnt es Bestand.
Ein weiser Mann ist stark,
und ein Mann der Erkenntnis wird kräftig. (24: 1-3, 5).
Was mir an diesem Text so gefällt, ist dass er nicht streng rational, philosophisch zu argumentieren versucht. Sondern vielmehr hat er etwas Märchenhaftes. Die Weisheit wurde schon vor der Zeit geschaffen... Aber trotzdem wird für mich die Botschaft des "Glanzes der Wahrheit" klar deutlich. "Veritatis Splendor" hat Johannes Paul II einmal eine Enzyklika genannt, in der er das Wesen des Christentums als in der Nachfolge Christi bestehend beschrieb.
Der Herr hat mich - die Weisheit - geschaffen am Anfang seines Wegs,
vor seinen anderen Werken, vor aller Zeit.
In fernster Zeit wurde ich gebildet,
am Anfang, in den Urzeiten der Erde. (8: 22, 23)
Statt Silber nehmt meine Unterweisung an,
und Wissen lieber als reines Gold.
Denn die Weisheit ist besser als Perlen,
und keine Kostbarkeit kommt ihr gleich.
Ich, die Weisheit, wohne bei der Klugheit
und finde umsichtiges Wissen. (8: 10-12)
Mein Sohn, wenn du meine Worte annimmst
und meine Gebote bei dir bewahrst,
Dann wirst du verstehen, was Gerechtigkeit ist und was Recht,
Geradheit und jede Bahn des Guten.
Denn die Weisheit wird in dein Herz einziehen,
und das Wissen wird deiner Seele wohltun.
Die Umsicht wird über dir wachen,
die Einsicht wird dich beschützen.
Sie werden dich bewahren vor dem Weg des Bösen,
vor dem Mann, der Falsches redet,
vor denen, die die geraden Pfade verlassen,
um auf den Wegen der Finsternis zu gehen,
die sich freuen, Böses zu tun,
die die Verkehrtheit des Bösen bejubeln,
deren Pfade krumm sind
und die auf ihren Bahnen in die Irre gehen.
Ihr Haus neigt sich dem Tod zu,
und zu den Schatten führen ihre Bahnen.
Wer zu ihnen geht, kehrt nicht zurück
und gelangt nicht wieder auf die Pfade des Lebens.
So gehst du auf dem Weg der Guten
und bleibst auf den Pfaden der Gerechten. (2: 1, 9-15, 18-20)
Betritt nicht den Pfad der Frevler,
und geh nicht auf dem Weg der Bösen.
Meide ihn, folge ihm nicht,
beachte ihn nicht und geh weiter.
Denn sie können nicht schlafen, wenn sie nichts Böses tun,
und es raubt ihnen den Schlaf, wenn sie niemanden zu Fall
bringen können.
Sie essen das Brot des Frevels
und trinken den Wein der Gewalttat.
Doch der Pfad der Gerechten ist wie der Glanz am Morgen,
er wird immer heller bis zum vollen Tag.
Der Weg der Frevler ist wie die dunkle Nacht;
sie erkennen nicht einmal, worüber sie straucheln. (4: 14-19)
Denn dem Dummen bereitet eine Schandtat Vergnügen,
Weisheit aber dem einsichtigen Mann. (10: 23)
Wer Gutes erstrebt, findet Wohlgefallen,
wer aber nach Bösem trachtet, über den wird es kommen. (11: 27)
Auf dem Pfad der Gerechtigkeit ist Leben,
der schändliche Weg aber führt zum Tod. (12: 28)
Das Herz des Verständigen verschafft sich Erkenntnis,
und Erkenntnis sucht das Ohr der Weisen. (18: 15)
Wie lange noch, ihr Einfältigen, liebt ihr die Einfalt,
und wie lange gefällt den Spöttern ihr Spott
und verschmähen die Dummen die Erkenntnis? (1: 22)
und sehne dich nicht nach ihrer Gesellschaft.
Denn ihr Herz denkt an Gewalt,
und ihre Lippen reden Unheil.
Durch Weisheit wird ein Haus gebaut,
und durch Einsicht gewinnt es Bestand.
Ein weiser Mann ist stark,
und ein Mann der Erkenntnis wird kräftig. (24: 1-3, 5).
Was mir an diesem Text so gefällt, ist dass er nicht streng rational, philosophisch zu argumentieren versucht. Sondern vielmehr hat er etwas Märchenhaftes. Die Weisheit wurde schon vor der Zeit geschaffen... Aber trotzdem wird für mich die Botschaft des "Glanzes der Wahrheit" klar deutlich. "Veritatis Splendor" hat Johannes Paul II einmal eine Enzyklika genannt, in der er das Wesen des Christentums als in der Nachfolge Christi bestehend beschrieb.
Montag, 22. Februar 2010
Wozu Gott?
Gott: Die unbedingte Macht und das schlechthin Gute sind in ihrem Grund und Ursprung eins. Es ist ein Absolutes als Grund gedacht, das in keiner Weise mehr relativ auf etwas anderes bezogen ist. An einen Schöpfer glauben bedeutet, dass das Leben und Sterben nicht einfach irgendein biologischer Prozess in einem unendlich grossen Universum ist, sondern in jedem Augenblick Hervorgehen aus dem göttlichen Ursprung. Und wenn wir uns tiefer auf Gott einlassen, dann spielen die Unterschiede zwischen Juden, Christen und Moslems keine Rolle mehr.
Die Frage bleibt aber: Warum ist Gott verborgen? - Ist es wegen einer ungeheuren Schuld, welche wir Menschen zu verantworten haben? (So die Quintessenz von Genesis.) Oder spricht Gott durch uns? Sind das moralische Gefühl und die menschliche Vernunft Wegweiser einer höheren, göttlichen Instanz? Für Platon hat noch gegolten, dass Gott die Wahrheit ist und die Wahrheit göttlich ist. Aber spätestens die Postmoderne meint uns klar zu machen, dass "wir uns nicht einbilden müssen, dass die Welt uns ein lesbares Gesicht zuwendet." (Foucault). Oder ist dies auszuschliessen, weil mit dem Fehlen des Gedankens der Wahrheit auch der Gedanke der Wirklichkeit zusammenbrechen würde?
Und die zweite grosse Frage ist: Warum gibt es das Böse angesichts eines allmächtigen und guten Gottes? Eine wirkliche Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Aber es kann argumentiert werden, dass das Böse mit zur menschlichen Freiheit gehört. Denn Willensfreiheit setzt voraus, dass wir uns auch falsch entscheiden können und böses tun. Auch der wissenschaftliche und gesellschaftliche Fortschritt ist eine Quelle der Hoffnung. Bleibt aber die Frage, warum frühere Generationen einen höheren Preis haben zahlen müssen als wir? Ist Gott die Liebe, aber vielleicht zu schwach für eine vollkommene Welt? Dann stellt sich aber die Frage: Welche Kräfte neben Gott gibt es noch? Wie stark ist dieser Widerstand gegen das Göttliche? Ist er eine so starke Kraft, dass man von einem Teufel reden müsste?
Wenn wir die Idee von Gott ganz aufgeben und nur noch eine absurde Welt meinen zu erkennen, geben wir dann nicht zuviel auf? Gibt es wirklich nicht mehr als nur Enklaven von Sinn und Freude in einem absurden Ganzen? Absurd ist Abwesenheit von Sinn dort, wo wir ihn erwarten würden. Umgekehrt heisst Freude darüber, dass Gott ist, in der traditionellen Sprache Gottesliebe. Die Welt ist also nicht sinnlos, sondern wird von einer göttlichen Macht hervorgebracht und erhalten. Die Welt wird von etwas Göttlichem gehalten. Das Tao ist am wirken.
"Freude am Glück eines anderen", so definiert Leibniz Liebe. Und da wir uns Gott als glücklich zu denken haben, muss er wohl also auch gut sein! Aber kann uns der Glaube an einen Gott zu grösseren Anstrengungen motivieren, Leiden zu lindern? Kann er auch unsere Bereitschaft vergrössern Leiden anzunehmen, zu akzeptieren? Aber es gilt wohl nicht, dass "wenn Gott nicht existiert, alles erlaubt ist!?" (Dostojewski). Auch als Atheisten können wir den Humanismus und die Moral hochhalten.
***
Mehr zu diesem Thema im Aufsatz von Robert Speamann, "Das unsterbliche Gerücht". Dieser Text ist einer Textsammlung mit dem Titel "Wozu Gott? - Religion zwischen Fundamentalismus und Fortschritt", Verlag der Weltreligionen, 2009 erschienen. Der Funkkollleg zum gleichen Thema beim Hessischen Rundfunk kann nur wärmsten empfohlen werden: Funkkolleg 'Religion und Gesellschaft'.
Die Frage bleibt aber: Warum ist Gott verborgen? - Ist es wegen einer ungeheuren Schuld, welche wir Menschen zu verantworten haben? (So die Quintessenz von Genesis.) Oder spricht Gott durch uns? Sind das moralische Gefühl und die menschliche Vernunft Wegweiser einer höheren, göttlichen Instanz? Für Platon hat noch gegolten, dass Gott die Wahrheit ist und die Wahrheit göttlich ist. Aber spätestens die Postmoderne meint uns klar zu machen, dass "wir uns nicht einbilden müssen, dass die Welt uns ein lesbares Gesicht zuwendet." (Foucault). Oder ist dies auszuschliessen, weil mit dem Fehlen des Gedankens der Wahrheit auch der Gedanke der Wirklichkeit zusammenbrechen würde?
Und die zweite grosse Frage ist: Warum gibt es das Böse angesichts eines allmächtigen und guten Gottes? Eine wirkliche Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Aber es kann argumentiert werden, dass das Böse mit zur menschlichen Freiheit gehört. Denn Willensfreiheit setzt voraus, dass wir uns auch falsch entscheiden können und böses tun. Auch der wissenschaftliche und gesellschaftliche Fortschritt ist eine Quelle der Hoffnung. Bleibt aber die Frage, warum frühere Generationen einen höheren Preis haben zahlen müssen als wir? Ist Gott die Liebe, aber vielleicht zu schwach für eine vollkommene Welt? Dann stellt sich aber die Frage: Welche Kräfte neben Gott gibt es noch? Wie stark ist dieser Widerstand gegen das Göttliche? Ist er eine so starke Kraft, dass man von einem Teufel reden müsste?
Wenn wir die Idee von Gott ganz aufgeben und nur noch eine absurde Welt meinen zu erkennen, geben wir dann nicht zuviel auf? Gibt es wirklich nicht mehr als nur Enklaven von Sinn und Freude in einem absurden Ganzen? Absurd ist Abwesenheit von Sinn dort, wo wir ihn erwarten würden. Umgekehrt heisst Freude darüber, dass Gott ist, in der traditionellen Sprache Gottesliebe. Die Welt ist also nicht sinnlos, sondern wird von einer göttlichen Macht hervorgebracht und erhalten. Die Welt wird von etwas Göttlichem gehalten. Das Tao ist am wirken.
"Freude am Glück eines anderen", so definiert Leibniz Liebe. Und da wir uns Gott als glücklich zu denken haben, muss er wohl also auch gut sein! Aber kann uns der Glaube an einen Gott zu grösseren Anstrengungen motivieren, Leiden zu lindern? Kann er auch unsere Bereitschaft vergrössern Leiden anzunehmen, zu akzeptieren? Aber es gilt wohl nicht, dass "wenn Gott nicht existiert, alles erlaubt ist!?" (Dostojewski). Auch als Atheisten können wir den Humanismus und die Moral hochhalten.
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Ich habe mich oft gefragt
Und keine Antwort gefunden
Woher das Sanfte und das Gute kommt.
Weiss es auch jetzt noch nicht
Und muss nun gehn.
Gottfried Benn
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Mehr zu diesem Thema im Aufsatz von Robert Speamann, "Das unsterbliche Gerücht". Dieser Text ist einer Textsammlung mit dem Titel "Wozu Gott? - Religion zwischen Fundamentalismus und Fortschritt", Verlag der Weltreligionen, 2009 erschienen. Der Funkkollleg zum gleichen Thema beim Hessischen Rundfunk kann nur wärmsten empfohlen werden: Funkkolleg 'Religion und Gesellschaft'.
Samstag, 20. Februar 2010
Über die Freiheit in einer glücklichen Gesellschaft
"Es ist besser ein unzufriedener Mensch zu sein, als ein zufriedenes Schwein; besser ein unzufriedener Sokrates, als ein zufriedener Narr. Und wenn der Narr oder das Schwein anderer Ansicht sind, dann deshalb, weil sie nur die eine Seite der Angelegenheit kennen. Die andere Partei hingegen kennt beide Seiten." John Stuart Mill
Menschen haben zwar auch "schweinische Bedürfnisse" (Hedonismus), aber dass ist noch nicht alles. Menschen haben ein tiefes Bedürfnis ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Und zu dieser Entwicklung gehört v.a. das moralische Vermögen, d.h. der Gerechtigkeitssinn und die Konzeption des Guten. Die Konzeption des Guten ist die Fähigkeit sich eine Vorstellung vom Guten zu machen, davon was im Leben Wert hat. Gesellschaftlich wichtig ist einerseits ein vernünftiger Pluralismus über die Konzeption des Guten, anderseits aber auch ein übergreifender Konsens über den Kern der Gerechtigkeitskonzeption. Nicht das grösste Glück der grössten Zahl ist dabei entscheidend, sondern die grösste Hilfe für die Ärmsten und Gequälten.
"Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Soziale Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein." Artikel 1 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789.
Dabei kann eine Gleichverteilung auch das Funktionieren einer "offenen Gesellschaft" erhöhen. Es sind so mehr dezentrale Experimente möglich. Wir müssen ausprobieren können, welche Lebensform für uns die beste ist. Dies gilt auch für ganze Gesellschaften. Es muss Freiräume für Lebensexperimente geben. Von der Freiheit des Anderen können auch wir etwas lernen. Experimente können aber auch scheitern. Gesellschaftliche Experimente können sogar dermassen scheitern, dass der soziale Fortschritt zum Stillstand kommt oder es sogar zu katastrophalen Entartungen hin zu Angst, Schrecken und Terror kommt ("Dialektik der Aufklärung"). Es gibt Zeiten für kleine, pragmatische Schritte ("piecemeal social engineering") und Krisenzeiten grosser Offenheit für Reformen oder gar Revolutionen. Dies ist auch die Zeit für ein neues Gesellschaftsprojekt. Eine Gesellschaft, die Orientierung gibt, viel Geborgenheit, Sinn und in der viel Solidarität gelebt wird. Und zum Glück gehört natürlich auch die Freiheit. Besonders wichtig ist dabei aber die soziale Basis der Selbstachtung. Die Bürger sollten in der Lage sein, ihr Selbstwertgefühl zu entfalten. Jeder sollte in der Lage sein, seinen Beitrag für seine Vorstellung vom Guten zu erbringen. Es besteht die Zuversicht, dass Menschen, die in einer wohlgeordneten, d.h. in einer durch eine Gerechtigkeitskonzeption geformten Gesellschaft aufwachsen, genügend Gerechtigkeitssinn haben, so dass Neid, Gehässigkeit oder Herrschsucht nicht aufkommen. Die Menschen wollen in sich v.a. eine Naturkraft entwickeln, - die Liebe!
Sartre ist ein düsterer Philosoph. Im Zentrum steht seine Metaphysik des Scheiterns. Er hat aber auch den richtigen Ausweg aufgezeigt: die Philosophie des Projekts. Es geht um Lebensprojekte und Lebensentwürfe, sowohl individuell, wie auch kollektiv. Im letzteren Fall redet man von Gesellschaftsprojekten. Und in beiden Fällen ist die Humanität das Zentrum. Es ist an uns, in einer scheinbar absurden Welt unserem Leben einen Sinn zu geben!
Menschen haben zwar auch "schweinische Bedürfnisse" (Hedonismus), aber dass ist noch nicht alles. Menschen haben ein tiefes Bedürfnis ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Und zu dieser Entwicklung gehört v.a. das moralische Vermögen, d.h. der Gerechtigkeitssinn und die Konzeption des Guten. Die Konzeption des Guten ist die Fähigkeit sich eine Vorstellung vom Guten zu machen, davon was im Leben Wert hat. Gesellschaftlich wichtig ist einerseits ein vernünftiger Pluralismus über die Konzeption des Guten, anderseits aber auch ein übergreifender Konsens über den Kern der Gerechtigkeitskonzeption. Nicht das grösste Glück der grössten Zahl ist dabei entscheidend, sondern die grösste Hilfe für die Ärmsten und Gequälten.
"Die Menschen werden frei und gleich an Rechten geboren und bleiben es. Soziale Unterschiede dürfen nur im allgemeinen Nutzen begründet sein." Artikel 1 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789.
Dabei kann eine Gleichverteilung auch das Funktionieren einer "offenen Gesellschaft" erhöhen. Es sind so mehr dezentrale Experimente möglich. Wir müssen ausprobieren können, welche Lebensform für uns die beste ist. Dies gilt auch für ganze Gesellschaften. Es muss Freiräume für Lebensexperimente geben. Von der Freiheit des Anderen können auch wir etwas lernen. Experimente können aber auch scheitern. Gesellschaftliche Experimente können sogar dermassen scheitern, dass der soziale Fortschritt zum Stillstand kommt oder es sogar zu katastrophalen Entartungen hin zu Angst, Schrecken und Terror kommt ("Dialektik der Aufklärung"). Es gibt Zeiten für kleine, pragmatische Schritte ("piecemeal social engineering") und Krisenzeiten grosser Offenheit für Reformen oder gar Revolutionen. Dies ist auch die Zeit für ein neues Gesellschaftsprojekt. Eine Gesellschaft, die Orientierung gibt, viel Geborgenheit, Sinn und in der viel Solidarität gelebt wird. Und zum Glück gehört natürlich auch die Freiheit. Besonders wichtig ist dabei aber die soziale Basis der Selbstachtung. Die Bürger sollten in der Lage sein, ihr Selbstwertgefühl zu entfalten. Jeder sollte in der Lage sein, seinen Beitrag für seine Vorstellung vom Guten zu erbringen. Es besteht die Zuversicht, dass Menschen, die in einer wohlgeordneten, d.h. in einer durch eine Gerechtigkeitskonzeption geformten Gesellschaft aufwachsen, genügend Gerechtigkeitssinn haben, so dass Neid, Gehässigkeit oder Herrschsucht nicht aufkommen. Die Menschen wollen in sich v.a. eine Naturkraft entwickeln, - die Liebe!
Sartre ist ein düsterer Philosoph. Im Zentrum steht seine Metaphysik des Scheiterns. Er hat aber auch den richtigen Ausweg aufgezeigt: die Philosophie des Projekts. Es geht um Lebensprojekte und Lebensentwürfe, sowohl individuell, wie auch kollektiv. Im letzteren Fall redet man von Gesellschaftsprojekten. Und in beiden Fällen ist die Humanität das Zentrum. Es ist an uns, in einer scheinbar absurden Welt unserem Leben einen Sinn zu geben!
Dienstag, 16. Februar 2010
Pantheist Vision
"Pantheists are persons who derive their fundamental religious experience through their personal relationship with the Universe. They feel that Nature is the ultimate context for human existence, and seek to improve their relationship with the natural world as their fundamental religious relationship.
Religion for Pantheists is a system of reverent behaviour towards the Earth rather than subscription to a particular creed. Because Pantheists indentify God with Nature rather than an anthropomorphic being, Pantheists oppose the arrogant world-view of anthropocentrism."
Wen Pantheismus mehr interessiert, dem sei die Universal Pantheist Society empfohlen. Sie geben auch eine interessante Zeitschrift heraus: 'Pantheist Vision'. Das oben zitierte "Glaubensbekenntnis" ist auch aus dieser Zeitschrift.
Im Web findet man sie unter: Pantheist.net.
und als soziale Networkplatform unter: Network.Pantheist.net.
Religion for Pantheists is a system of reverent behaviour towards the Earth rather than subscription to a particular creed. Because Pantheists indentify God with Nature rather than an anthropomorphic being, Pantheists oppose the arrogant world-view of anthropocentrism."
Wen Pantheismus mehr interessiert, dem sei die Universal Pantheist Society empfohlen. Sie geben auch eine interessante Zeitschrift heraus: 'Pantheist Vision'. Das oben zitierte "Glaubensbekenntnis" ist auch aus dieser Zeitschrift.
Im Web findet man sie unter: Pantheist.net.
und als soziale Networkplatform unter: Network.Pantheist.net.
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