Mittwoch, 23. November 2011

Evolutionäre Spiritualität als Buch! - Neu

Nun ist dieser Blog auch in Buchform erhältlich. Ich habe alle Posts in diesem Blog zusammengefasst, etwas überarbeitet und in Buchform bei Books on Demand publiziert. Entstanden ist das Buch mit dem Titel: "Evolutionäre Spiritualität - Ein spirituelles Tagebuch von 2009 bis 2011". Im Anhang zum Buch sind auch alle Website-Links dieses Blogs systematisch verzeichnet.
Das Buch kann bis Ende 2012 zum Selbstkostenpreis entweder bei Books on Demand Deutschland im BoD Shop (D) für EUR 26.60 oder bei Books on Demand Schweiz im BoD Shop (CH) für CHF 36.90 gekauft werden.

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Auf Wiedersehen!

Dies ist mein letzter Post in meinem Blog 'Evolutionäre Spiritualität'. Gut zweieinhalb Jahre habe ich hier meine Gedanken zu Gott und Welt, Gut und Böse und Liebe und Tod veröffentlicht. Mit meinem letzten Post zu 'Love and Death' habe ich, glaube ich, einen guten Schlusspunkt gefunden. Wer meinem Blog ein wenig gefolgt ist, kann feststellen, dass sich meine Weltsicht seit Februar 2009 (Beginn meines Blogs) bis heute weiterentwickelt hat. Ich würde meine religiösen Überzeugungen z.Z. wie folgt zusammenfassen:
Am stärksten ist wohl der Agnostizismus und der atheistische Existenzialismus. Aber da ich in Bezug auf die letzten Fragen keine Gewissheit habe und gerne auch hoffen und glauben möchte, kann ich mir auch deistische oder theistische Gottesbilder vorstellen. Oder eine meiner Lieblingsvorstellungen: Pan(en)theismus. V.a. drei Sichtweisen scheinen mir persönlich besonders bedenkenswert:
  • Pan(en)theismus in seiner hinduistischen Form: Atman (die individuelle Seele) ist mit Brahman (der Weltseele) identisch. Die Existenz von Gut und Böse können so zur Grundlage eines lebenslangen Abenteuers werden. In einem atemberaubendem Abenteuer müssen wir lernen, das Beste in uns zu entwickeln.
  • Evolutionäre Spiritualität: In dieser Perspektive ist die Weltgeschichte und noch umfassender die Geschichte des Kosmos seit dem Big Bang von entscheidender Bedeutung. Im Verlauf der Weltgeschichte kann man einige Anhaltspunkte für das göttliche Versteckspiel finden. Die Welt ist nicht gut, aber sie wird besser. Darin liegt meine stärkste Hoffnung! Oder nehmen wir die noch grössere Perspektive der Kosmologie. Verdeutlichen wir uns, wie sich Raum und Zeit, Materie und Energie entwickelt haben und Galaxien und eben auch unser Sonnensystem mit unserem Planeten Erde hervorgebracht haben. Auf diesem Planeten hat sich das Leben durch die Kraft der Evolution entwickelt, vom einfachen Einzeller bis hin zu komplexesten Organismen, wie uns selbst. Was für ein unglaublicher Sieg für die Kräfte der Kooperation! Und schliesslich sind wir Menschen vor weit über 2000 Jahre in die Geschichte eingetreten, (d.h. seit wir Aufzeichnungen vom vergangenen Leben der Menschen haben). Jahrhundert für Jahrhundert ist der Kampf zwischen Gut und Böse weitergegangen. Aber gleichzeitig sind auch die Kreise der Liebe immer grösser und umfassender geworden: vom Stamm und Klan zur Nation, zu unserer jeweiligen Kultur und Religion, zur Menschheit, und schliesslich zum ganzen Ökosystem, dass alles Lebendige und Nicht-Lebendige umfasst.
  • Dualismus: Zuletzt die Perspektive meiner grössten Angst. Wenn die Kräfte des Bösen zu stark werden, tendiere ich zu einer dualistischen Weltsicht, wo Gut und Böse sich dann in einem kosmischen Kampf bekämpfen. Dann hoffe ich jeweils auf einen starken, weisen und erhabenen Gott, der dafür garantiert, dass schlussendlich, eschatologisch "alles gut gehen wird"...!
Die meiste Zeit beschäftigt mich eines dieser drei Weltbilder. Und entsprechend bin ich optimistischer oder pessimistischer. Aber immer habe ich das Gefühl, dass lachen die Angst besiegen kann.
  
Da ich seit Anfang letzten Jahres auch wieder Mitglied bei einer christlichen Gemeinschaft bin - bei den Reformierten - möchte ich hier noch drei Hauptkritikpunkte erwähnen. V.a. auch im Vergleich mit den amerikanischen Unitarian Universalists vermisse ich:
  • eine grössere Offenheit für andere Religionen,
  • einen innovativeren Drang die alte, biblische Tradition zu überdenken,
  • den Einbezug des Atheismus als mögliche, realistische Option.
Vielleicht komme ich auch irgendwann einmal wieder als Blogger zurück. Dann wird aber wahrscheinlich das Thema nicht mehr so lebenszentriert sein, wie bei der Evolutionären Spiritualität, sondern mehr existenziell, d.h. eine grössere Auseinandersetzung mit dem Thema: "Sterben und Tod" - eine existenzielle Spiritualität.
    
Schliesslich möchte ich mich noch bei allen meinen Lesern für ihr gezeigtes Interesse bedanken. Seit Anfang 2009 bis heute wurde mein Blog fast 10'000 mal aufgerufen (9276 Besuche) von fast 7'000 Besuchern (6688 Besucher) aus über 70 Ländern. Auf meiner Google Analytics Weltkarte sind fast alle Kontinente eingefärbt, d.h. es gab von dort Klicks auf meine Webseite. Nur aus Afrika und Zentralasien hatte ich kaum Besucher. Mit Abstand am beliebtesten war übrigens mein Post Gefallene Engel, Buddhismus und die Hölle!, vom 28.3.11. Er wurde 2030 mal aufgerufen. Auf Platz zwei ist Giving Up and Letting Go, vom 20.9.09 (420 mal aufgerufen). Und schliesslich Platz drei: Zwei Gedichte von Hermann Hesse, vom 22.5.09 (349 mal angeklickt).
  
Weiter plane ich diesen Blog auch als Buch bei Books on Demand herauszugeben. Wahrscheinlich wird das Buch ca. Anfang Dezember diesen Jahres fertig sein und kann dann im Webshop von BoD (BoD Shop) bis Ende 2012 gekauft werden. Hierzu wird es noch ein kurzes Update geben.
  
Das "letzte Wort" soll aber ein Videoclip haben:
  
The Riddle (das Rätsel), von Gigi D'Agostino.

Montag, 24. Oktober 2011

UU Theology IV - Love and Death

When a loved one dies, the greater the pain, the greater love's proof. Such grief is a sacrament. Sacraments bring us together. The measuer of our grief testifies to the power of our love. We can be crippled by grief, of course. There is such a thing as pathological suffering, which is any suffering that closes us off from others rather than connecting us to them. You can drown a soul with tears. This is not what I am talking about. I am talking about emtying ourselves that we may be filled, losing ourselves that we may be found, giving away our hearts even though they surely will be broken. But remembering that pain is a sign of healing. We cannot protect love from death. But by giving away our hearts, we can protect our lives from the death of love! It is in our lives and not in our words that our religion must be read. The irony is, by refusing to love we will have nothing left that is really worth protecting.
Martin Luther King lived in such a way that his life proved to be worth dying for. Especially when it came to love, he knew that the only things which are truly ours are those things we are prepared to give away.
We share the same fate. We are mysteriously given life, and for a brief time blessed with opportunities to love and serve and forgive one another as best we can.
Not to settle for who we are, but to stretch and become who we might be.
Death awakens me to life's preciousness and also its fragility. Many of the same guides who teach us how to live teach us also how to die. To live as if we are dying gives us a chance to experience some real presence. "Ok, dying tomorrow, what should I do today?"
It's a mystery. Who knows what happens after we die?
A proportional relationship exists between the fear of death and the fear of life. Until we can embrace death as (along with birth) one of the two essential thinges on which life turns, we remain, at least to a degree, in hiding. Doors locked and windows shuttered, we are unable to let in joy and fully experience love.
"I Love You Forever." The wisdom that love, and only love, never dies.
Simply put, everyone suffers. That is a given. Life is anything but fair. Not only does the rain fall but the sun also shines on both the just and the unjust. Just try to make sense of it. Yet all is not hopeless. Despite our ignorance and suffering, hope emerges in the lifelines that connect us. We cannot avoid adversity, loss or failure, but we do have a choice of how we will respond.
It takes courage to laugh, especially when the things we are struggling with are no laughing matter. The most healing aspect about the courage to laugh is that it keeps us from attaching addional strings to our troubles, no matter how seriously they are. Laughter - the mother of courage.
Rather than wondering why we don't have what she has and can't do what he does and can't be who they are, we take the opposite tack. We do what we can, want what we have, and embrace who we are.
Attending our own funerals: Did we take what God gave us and make the most of it? Did we overcame adversity when hard times came? Did we love our neighbor as ourselves? And did we make the world a more loving and interesting place? Could we be the grace that placed itself where lives were torn apart?
God leads me by the heart. When God dwells in my heart, I abide in God's presence.
We are not human because we think. We are humans because we care. All true meaning is shared meaning. The only thing that can never be taken from us is the love we give away.
Choose your enemies carefully, for you will become like them. Terrorism is powered by hatered. If we answer the hatred of others with hatred of our own, we and our enemies will soon be indistinguishable.
The Chinese ideogram for crisis juxtaposes two word-pictures: danger and opportunity. In Greek the word crisis means decision. In the weake of this tragedy, it is the decisions we make that will shape our character and (to a degree) drive the plot our lives will follow. The purpose of life is to live in such a way that our lives will prove worth dying for. Yet the same thing that makes us more attentive to death can also bring us to life. Love conquers fear because it cannot die. Eternity is not a length of time; it is depth in time. We enter and meet there through the sacrament of love. Ultimately, the courage to be requires the courage to let go. Fear accompanies us all the way to the grave, but we needn't hold its hand or accept its cold comfort. The word sacrifice literally means "to render sacred". Where does courage answer death? - God is love; and love casts out all fear.
For this dance of love and death, forgiveness provides the music.
Death is love's measure, not only because at a loved one's death our grief, however we express it, is equal to our love, but also because, when we ourselves die, the love we have given to others during our own brief span of days is the one thing death can't kill.
God is not God's name. God is our name for that which is greater than all and yet present in each. Call it what you will: spirit, ground of being, being itself; it remains what it always has, a mysterium tremens et fascinans, an awe-inspiring, mindbending mystery. Theology is poetry, not science. During our brief span, we interpret the greatest and most mysterious masterpiece of them all, the creation itself. The creation is our book of revelation. We rely on the oracle of our own experience, drawn from our reading of the book of nature and of human nature, including our reading of the Bible and our study of philosophy. The text of meaning is vast, its nuances many and various.
The Cathedral of the World: There are multiple windows, each telling its own story of who we are, where we came from, where we are going, each illuminating life's meaning. In this respect we are many. But we are also one, for the one Light shines through every window. No individual, however spiritually gifted, can see this Light - Truth or God, call it what you will - directly. We cannot look God in the eye any more than we can stare at the sun without going blind. This should counsel humility and mutual respect for those whose reflections on ultimate meaning differ form our own. Theologically speaking, we are certainly more alike in our ignorance than we differ in our knowledge.
The acknowledgment of essential unity of all religions is the central pillar of my faith. In contrast, religious fundamentalists, rightly perceiving the Light shining through their own window, conclude that theirs is the only window thourgh which it shines. They may even incite their followers to throw stones through other people's window. Secular materialists make precisely the opposite mistake. Preceiving the bewildering variety of windows and worshippers, they conclude there is no Light. Mutual respect is important. We do not and must not permit stone throwing in the cathedral.
Why then do we choose to join together rather than exercise our full freedom to believe what we will in the privacy of our homes? Simply because experience has taught us that we need one another. Whenever a trapdoor (of death) swings or the roof caves in, don't ask "Why?" Why will get you nowhere. The only question worth asking is "Where do we go from here?" And part of the answer must be "together". Together we walk, holding each another's hands, holding each another up. Together we do love's work and thereby we are saved.
To be at home with life we must make our peace with death. Theology's heartbeat is the miracle of our own existence. This miracle encompasses both birth and death. To this miracle, we must each do everything in our human power to awaken. We may not understand any better than before who we are or why we are here. But our life becomes a sacrament of praise. We will join the dance of life with more exuberance.
How people respond to their own death announcements: Shock. Disbelief. Anger. Bargaining. And then - finally, yet only perhaps - acceptance. We cannot embrace our life fully until we find a way to accept our death. Accepting things we cannot change frees the spirit to attend to matters within our control. Being an agnostic about the afterlife, I look for salvation here - not to be saved from life, but to be saved by life, in life, for life. Such salvation has three dimensions: integrity, or individual wholeness, comes when we make peace with ourselves; reconsiliation, or shared wholeness, comes when we make peace with our neighbors, especially with our loved ones; redemption, in the largest sense, comes when we make peace with life and death, with being itself, with God. All our lives end in the middle of the story. There is ongoing business left unfinished. We leave the stage before discovering how the story will turn out ...
Life may not be immortal, but love is immortal. Its every gesture signs the air with honor. Its witness carries past the grave from heart to heart.
If you are stuck, open a new chapter. Turn the page. Answers lock us in place. Questions lead us on adventures. Until life ends, no destination is final. Looking for new quesitions, not old answers. Begin small. Dream possible dreams. Set out to climb a single hill, not every mountain.
"What did I do to deserve this?" we ask when things turn against us, forgetting that we did nothing to deserve being placed in the way of trouble and joy in the first place. Mathematically, our death is a simple inevitability, whereas our life hinges on an almost infinite sequence of perfect accidents. There is an unbroken line genetically and kinetically to the instant of creation. Think about it. The universe was pregnant with us when it was born. Dust to dust. And in between, erupting into consciousness - into pain and hope and trust and fear and grief and love - the miracle of life! We are never closer than when we ponder the great mystery that beats at the heart of our shared being.
Little hints of eternity in time: Albert Schweitzer spoke of this principle as reverence for life. We are part of, not apart from, a vast and mysterious living system. Mystics of every faith proclaim this sense of oneness. Thus the Brahman-Atman relationship of Hinduism, the sense of nirvana of the Buddhists, and the concept of Jesus that "I and the Father are One." - Mystical oneness! The great religious seers have all recognized that beyond the intellectual realm lies a numinious oneness that transcends all differences, call it the Holy, the divine Spirit, God - it doesn't matter. Divine kinship as children of one great mystery, children of God, the mother, creator, consoler, and comforter.
Some reflections on reimagining God: Responding to life-and death questions, we have reinvented and thereby rediscovered the Holy throughout the centuries. Consider our ancestors, the searchers who came before us. Being with cave dwellers - hunters and gatherers - for whom the greatest imaginable powers were forces of nature. When agriculture replaced hunting and gathering, these deities became female. "God" became "Goddess"; pro-creation, creation; birth, life. Later, with the city-state, power came wrapped in the robes of authority. "God" was now Lord or King, protector, enforcer, and judge. A breakthrough in this view of the divine nature arrived with the Hebrews, who blieved that their God and King was the only God and King. Less an imperialistic than an ethical development, this lead them to attribute their failures not to another stronger God, but to their own shortcomings. With Jesus, God became Father (in fact, Daddy, or "Abba"), a far more intimate authority figure. When Copernicus displaced us from the center of the universe, in reimagining God one group of scientists and theologians seized upon a metaphor better suited to their new worldview. God became the Watchmaker, who created the world, set it ticking, and then withdrew to another corner of the cosmos. This is the God of the deists, a God icy and remote, still transcendent but no longer personal. And it seams that to our postmodern time a reflexive God might be an option worth thinking of. We become cocreators with God in an unfolding, intricate drama of hitherto unimaginable complexity. No longer merely actors on God's stage, by this reading of creation history, we are participants in the scripting of God's drama.
I've never needed biblical miricales to confirm my faith. It's not the supernatural, but the super in the natural, that I celebrate. Following the spirit, not the letter, of the Scriptures, my abiding touchstones are awe and humility.
The surest path to God (the Sacred or the Holy) is to follow not the logic of our minds but the logic of our hearts! We discover the Holy - its healing and saving power - by acting in harmony. Remember, God is simply our name for the highest power we know. If we define god as love, we discover God's nature in our personal experience of love. We are born into a great mystery. We die into a great mystery. In between, what we know of God we learn from love's lessons. Love teaches us the difference between what is holy and what is diabolical. When we act in concert with our higher selves and embrace our neighbors, we act in the presence of all that is divine. Conversely, the demonic divides us against our higher selves and from our neighbor. God is not all-knowing or all-powerful, but all-loving and all-merciful. When love dwells in our hearts, we dwell in God's presence. Does this answer the question "Why?". No. Final answers to ultimate questions lie far beyond the ken of human understanding. We keep asking, of course. It's the nature of our being, the nature of our quest. (Der Mensch, das rätselnde Wesen.)
No one knows whether heaven actually exists. All we can say with any confidence about the afterlife is that it cannot be any stranger or more unexpected than life before death! Plato speaks of "jewels of the soul" that we perceive "through a glass dimly" as the most valuable prizes on our human treasure hung. Saint Paul wrote, "Now we see through a glass darkly, then face to face." "Surely unto God all things come home," affirms the Koran. "God will be there and wait till we come." (Walt Whitman). "Be the lamps unto yourselves. Hold to the truth within yourselves as the only lamp." Buddha preached in his farewell sermon. And Socrates: "The difficulty, my friends, is not to avoid death, but to avoid evil; for it runs faster than death ..."
I certainly don't believe in hell. I am a Universalist. I am confident that when we die, we will all experience peace. The peace of extinction is different from the peace of fulfillment, of course. Yet, whether to fullfillment or extinction, when God carries us home it will be to a place of eternal rest. We come from God and return to God. "Having passed through the valley of the shadow of death, we will dwell in the house of the Lord forever."
Born sunny-side up, I wanted all my endings to be happy ones. That may, in part, explain my lifelong attempt to reclaim death as the most natural thing imaginable, a well-planted period or, in some rare instants, an exclamation mark placed at the end of our life story.
However sourrounded we may be by love, we each die alone. And who knows, part of the process of dying may encourage us to release oursleves form all our earthly bonds so that we may leave in greater peace. We may join our loved ones in heaven. Or we may return the constituent parts of our being to the earth from which it came and rest in eternal peace. About life after death, no one knows.
That said, will my love live on forever? I believe so. And your love, too. It will certainly live on after your death, continuing to touch from heart to heart long after you have gone...

We are the religious animal; knowing that we must die, we cannot help but question what life means. - The wonder that lies between the sacred moments of our birth and death.
  
Forrest Church. 2008. Love & Death - My Journey through the Valley of the Shadow. Beacon Press, Boston. Forrest Church was senior minister at All Souls Unitarian Universalist Church in New York City. He was educated at Standford and Harvard University. He wrote this book while knowing that he will soon die of terminal cancer.

Samstag, 22. Oktober 2011

The Opportunity State

The primary achievment of postwar social democracy (and to a lesser extent American liberalism) was the creation of the mixed economy and a strong welfare state to help harness the best aspects of capitalism and protect people from the worst aspects. The combination of sustained economic grwoth, full-employment policies, industrial planning and social provisions generated unprecedented prosperity, peace, and rising living standards for millions of people.
Bonds of work, religion, and class matter far less to people these days, and as we are seeing with the fierce immigration battles across our nations, the humanitarian and multicultural impulse underlying our progressivism is not easily extended to outsiders. The traditional working class base of support is both shrinking and increasingly being seduced by a new politics of identity driven by cultural insecurities rather than by economic arguments. 
These developments can be addressed but it will require a radically different notion of solidarity - one that helps people understand the collective eonomic need for breaking down barriers to individual achievement and the moral basis for helping others reach their highest potential academically, professionally, and culturally. This is a strong form of solidarity, but one that recognizes the importance of individual and localized lives. It is deeply progressive in its commitment to human dignity and equality, but it is less class bound and more open to people of different walks of life.
This new vision of solidarity must embrace rather than reject the progressive commitment to diversity and individual freedom that are mainstays of the worldview of younger generations. Solidarity, as reconceived for a new eara, will focus more on mutal responsibility and the need to foster individual achievement and community stability in an era of scarce resources and a rapidly shifting global economy.
Progressive forces will always focus on the mixed economy, social protections, and full employment policies. But we must do more to show the voters of our new coalition how progressive state action can enhance their individual life opportunities, high-wage, high-skilled economies, the transformation of infrastructure and cities, clean energy, a more modern tax and labour market system, new international leadership, and the creation of a global middle class and new export markets. In short, we need a vision of an opportunity state that combines traditional security measures with new efforts to support greater social mobility and reduce social inequality.
A new era of opportunity will require a much stronger state role in making our economies more competitive with other nations through long-term investments in education, energy infrastructure and transportation, and the creation of high-wage jobs. Individuals alone cannot contend with the forces shaping the global economy; and social democracy, among the array of progressive parties, are particularly well placed to argue for the importance of serious public investment and strategic planning.
This will also require sustained intellectual and policy attacs on the underpinings of conservative economics - the efficient markets hypothesis, deregulation, privatizatoin, and supply-side tax policy - that contribute so much to instability and inequality in the world economy today. Just to be clear, our suggested focus of the opportunity state is not designed to replace traditional social democratic policies or to push neoliberal theory, privatization, and deregulation. We are advocating a strong theory of the state with a new dimension.
It is our belief that we should show voters how the state can both protect people from the failures of markets (the welfare state) and provide a platform and set of tools for people to make the most of market opportunities and to help solve collective problems (the opportunity state).

The Demographic Change and Progressive Political Strategy Series, Center for American Progress
From Welfare State to Opportunity State, by Matt Browne, John Halpin, and Ruy Teixeira
Entrevista a Matt Browne, You Tube

Freud, Adler, Jung - Psychoanalyse und Tiefenpsychologie

Sigmund Freud:
Der Umstand, dass unbewusste Vorgänge nach Freud nur verfremdet oder nur zum Teil ins Bewusstsein kommen, liegt an einer Art innerer Barriere, die Freud "Zensor" nannte und die dafür sorgt, dass vieles, was uns unangenehm oder peinlich ist, sozusagen im Untergrund verweilt, vor allem sexuelle und aggressive Anteile, die durch verschiedene Abwehrmechanismen abgeblockt werden.
Allerdings kehrt das Verdrängte in verzerrter Form zurück, etwa als neurotisches Symptom einer Depression mit vielen Schuldgefühlen gegenüber allem und jedem, bis sich der zugrunde liegende Konflikt zumeist im Rahmen einer Psychoanalyse, erinnern, konstruktiver wiederholen und schliesslich durcharbeiten lässt.

Alfred Adler:
In einer individualpsychologischen Therapie geht es darum, angemessenere Wege zu suchen, um die grundsätzlich legitimen Wünsche befriedigen zu können, von anderen Personen akzeptiert und respektiert zu werden. Ein wichtiges Behandlungsziel ist, sich selbst mehr zu mögen und sich zu einem gesellschaftlichen und liebesfähigen Menschen zu entwickeln. So soll dem neurotischen "Willen zur Macht" zur Beherrschung des Gegenübers und zur Missachtung von Grenzen anderer Leute entgengewirkt werden.

Carl Gustav Jung:
Das oftmals ferne Ziel einer jungschen Analytischen Psychotherapie ist dann ein Mensch, der Licht und Schatten, Weibliches wie Männliches, Gefühle und Gedanken, Oberfläche und Tiefgang, Selbstbewusstsein und Gemeinschaftlichkeit, Bedürfnisse und Grenzen zu einem funktionierenden, sinnvollen Ganzen gemacht hat.

Adrian Urban, 2011. Psychotherapie für Dummies, WILEY-VCH Verlag, Weinheim, S. 129-142.

Freitag, 21. Oktober 2011

Declaration of Oneness

Declaration of Oneness (deutsche Version)


Ich verkünde:
  1. Dass die Botschaft „Wir sind alle eins“, miteinander in Beziehung, miteinander in Verbindung und voneinander abhängig, mit Gott / dem Leben / ein Mensch mit dem anderen, die eine spirituelle Botschaft ist, auf die die Welt gewartet hat – damit auf die gegenwärtigen Herausforderungen der Menschheit Antworten gefunden werden, die liebevoll und nachhaltig sind.
  2. Dass die Welt nicht so sein muss, wie sie momentan ist – und dass einzelne Menschen in der Lage sind, sie zu verändern, indem sie ihr Potenzial einsetzen, spirituelle Bürger zu sein.
  3. Dass die Menschheit grundlegend gut ist und unbegrenztes Potenzial aufweist, und dass soziale Transformation mit persönlicher Transformation beginnt. Ich erkenne daher die Wichtigkeit an, mich im Verlauf der Reise meines Lebens mit meiner göttlichen Essenz und inneren Weisheit zu verbinden. Hiermit erlaube ich den feinsten und höchsten Ebenen des menschlichen Potenzials zu gedeihen, was zum gemeinsamen Wohl aller ist.
  4. Meine Bestrebung, solchen Prinzipien Unterstützung zu gewähren, die dieser Deklaration zugrunde liegen: spirituelle Prinzipien, globale Ethik und universelle Werte wie Respekt, Gerechtigkeit, Friede, Menschenwürde, Freiheit, Verantwortungsbewusstsein und der Geist der Zusammenarbeit.
  5. Dass die Menschen einander brauchen, um auf diesem Planeten zu überleben. Ich erkenne an, dass wir alle hier zusammen gehören, und dass menschliche Gemeinschaft dadurch gedeiht, dass wir mehr übereinander herausfinden und die Wunder und die Schönheit unserer Vielfalt feiern. Ich verkünde, dass ich meinen Beitrag dazu leiste, dass eine Kultur entsteht, in der wir, die Völker der Welt, unsere gemeinsamen globalen Anliegen auf ganzheitliche, positive und transformierende Weise angehen, und in Frieden miteinander leben.
  6. Dass Einssein alles Leben umfasst – auch diejenigen Teile, die wir als „anders“ oder „die anderen“ ansehen. Ich erkenne an, dass Ganzheit und Zusammengehörigkeit nur durch die Erfahrung der Einzigartigkeit, Schönheit und Sinnhaftigkeit aller Aspekte des Lebens erlebt werden kann, und dass dieser Erkennungsprozess bei mir selbst beginnt.
  7. Dass ich Bestandteil eines neu entstehenden Bewusstseins bin, welches einen Geist der Offenheit, des Nachforschens, des Verbindens und der Beziehung mit mir selbst und dem gesamten Universum fördert, und welches kontinuierlich die Wunder, die Schönheit und das Mysterium von all dem wahrnimmt.
  8. Ich verkünde, dass die Zeit für den Wandel jetzt gekommen ist, und ich verkünde die Wichtigkeit der Deklaration eines Tages, der für die gesamte Menschheit vorgesehen wird, damit sie als eine menschliche Familie zusammen kommt, um das Einssein in Gesprächen zu erkunden, sich im Feiern daran zu erfreuen und es auf der Erfahrungsebene zu erleben.

Sign the Declaration

Humanity's Team

Montag, 17. Oktober 2011

Being and Becoming

"I like very much Evolutionary Spirituality. One of its leading thinkers is Andrew Cohen. He tries to integrate Eastern and Western religions and philosophies. He names his teaching Evolutionary Enlightenment. I don't like his meditation enlightenment teachings. But he has a good approach to being and becoming. Whereas classical mysticism is about being, about the ground of being, the eternal one, becoming is about the dynamics of evolution, of the process of development. It is becoming which brings the dynamic into our world. There is an energy, creativity and intelligence which has started the Big Bang. There is the process of life, of a living Universe which has lead to the creation of us humans and the other forms of life. After matter and energy and life, the emergence of mind is the third "big bang". Becoming ("the evolutionary impuls") appeals to me, because it leads to a sense of awe about the grandeur of the evolving Universe and about the marvel of living and sentient creatures.
Thus far some thoughts of mine on the problem of process theology and religious naturalism."
(One of my postings in a course on UU theology.)

    

***
O Great Mystery,
All-Creating Source of this strange wonder, life,
We and all the other creatures
   of this homeland Earth your children are.
When you were the first stars, we were there.
When you were the lifeless Earth, we were there.
Yes, we were there in the warm seas,
   learning how to be life.
Now that we are alive,
   and can think,
   and can speak,
You at last have a mind and a voice.
O Great Creating Mystery,
   We your children give you mind and voice;
   We your children are your heart and song.

William D. Hammond

Samstag, 8. Oktober 2011

UU Theology III - Nature

Ralph Waldo Emerson distinguishes some of the following strands in his famous essay "Nature" (1836):
- Delight in nature: "In the presence of nature, a wild delight runs through the man."
- Mysticism of nature: "Standing on bare ground ... I became a transparent eye-ball."
- An ethic of harmony with nature: "The greatest delight ... is the suggestion of an occult relation between man and the vegetable."
- Nature is useful to humans: "To "man", it serves as commodity, beauty, language, discipline."
- Questions about where nature actually exists: "What is ultimately real - nature or some other realm? The world is a devine dream from which we may presently awake ..."
- Transcendental aspect of nature: "It leads the mind to the higher power, God, and then disappears. These are the happiest moments in life."

This outline reveals the presence of an important dualism in Emerson's essay:
1.) the mysticism of nature versus
2.) the transcendental aspect of nature.
The first locates the divine in nature itself, the second ascribes a mediating function to nature in the sense that through nature, our minds attain what we actually seek - the God Who "stands" behind nature.

Green parties all over the world give priority to the "interconnectedness of all life on Earth." Its key values are (according to Charlene Spretnak): ecological wisdom, grassroots democracy, personal and social responsibility, nonviolence, decentralization, community-based economics, postpatriarchal values, respect for diversity, global responsibility, and future focus. Many greens practice some form of paganism, neo-paganism, shamanism, or goddess religion, and many worship the Earth as a spiritual being. Worship is thus an expression of awe at the intricate wonders of creation and celebration of the cosmic unfolding.
Spretnak's "sustainable religion" puts her at odds with humanistic commitments. She rejects what is human-centered in favor of the earth-centered. She explicitly denounces humanism because of its focus on the human. In her view, it is hubris to declare that humans are the central figures of life on Earth and that we are in control. In the long run, Nature is in control!

For me there is no insurmountable difference between human-centred humanism and earth-centered religions. For me the "circles of love" are allways growing larger and larger. First, your families and friends, then humanity, then nature and finally the cosmos as a whole - the cosmocentric world view. But you must not allways follow these steps. Focus on what is most important for you today. Or start with the cosmocentric world view, since this is the most encompassing and thus most important world view - the cosmic dimension of love!
            
While the world is real the mind has the capacity to change its conception of it, its relationship to it. If we can change the appearance of nature by changing our mental picture of it, is the world only as real as the image you carry of it in your mind? You decide ...!
 
Rig Veda 1.6.3 states: "Nature's beauty is an art of God. Let us feel the touch of God's invisible hands in everything beautiful. By the first touch of His hand rivers throb and ripple. When He smiles the sun
shines, the moon glimmers, the stars twinkle, the flowers bloom. By the first rays of the rising sun, the universe is stirred; the shining gold is sprinkled on the smiling buds of rose; the fragrant air is filled with sweet melodies of singing birds, the dawn is the dream of God's creative fancy."

Montag, 26. September 2011

Sehen wir uns im Himmel wieder?

Die beiden Zwillinge, von Klaus Berger

Es geschah, dass in einem Schoß Zwillingsbrüder empfangen wurden. Die Wochen vergingen, und die Knaben wuchsen heran. In dem Maße, in dem ihr Bewusstsein wuchs, stieg die Freude: "Sag, ist es nicht wunderbar, dass wir leben?!" Die Zwillinge begannen, ihre Welt zu entdecken. Als sie aber die Schnur fanden, die sie mit ihrer Mutter verband und die ihnen die Nahrung gab, da sangen sie vor Freude: "Wie groß ist die Liebe unserer Mutter, dass sie ihr eigenes Leben mit uns teilt!" Als aber die Wochen vergingen und schließlich zu Monaten wurden, merkten sie plötzlich, wie sehr sie sich verändert hatten.
"Was soll das heißen?", fragte der eine.
"Das heißt", antwortete der andere, "dass unser Aufenthalt in dieser Welt bald seinem Ende zugeht."
"Aber ich will gar nicht gehen", erwiderte der eine, "ich möchte für immer hier bleiben."
"Wir haben keine andere Wahl", entgegnete der andere, "aber vielleicht gibt es ein Leben nach der Geburt!"
"Wie könnte das sein?", fragte zweifelnd der erste, "wir werden unsere Lebensschnur verlieren, und wie sollen wir ohne sie leben können? Und außerdem haben andere vor uns diesen Schoß verlassen, und niemand von ihnen ist zurückgekommen und hat uns gesagt, dass das es Leben nach der Geburt gibt. Nein, die Geburt ist das Ende!"
So fiel der eine von ihnen in tiefen Kummer und sagte: "Wenn die Empfängnis mit der Geburt endet, welchen Sinn hat dann überhaupt das Leben im Schoß? Es ist sinnlos. Womöglich gibt es gar keine Mutter hinter allem."
"Aber sie muss doch existieren", antwortete der andere, "wie sollten wir sonst hierher gekommen sein? Und wie könnten wir am Leben bleiben?"
"Hast du je unsere Mutter gesehen?", fragte der eine. "Womöglich lebt sie nur in unserer Vorstellung. Wir haben sie uns erdacht, weil wir dadurch unser Leben besser verstehen können."
Und so waren die letzten Tage im Schoß der Mutter gefüllt mit vielen Fragen und großer Angst.
Schließlich kam der Moment der Geburt. Als die Zwillinge ihre Welt verlassen hatten, öffneten sie ihre Augen. Sie schrieen. Was sie sahen, übertraf ihre kühnsten Träume.
                               
Sehen wir uns im Himmel wieder? Am Sonntagmorgen, DLF, 25.9.11
und das Skript zur Sendung.          

Sonntag, 25. September 2011

UU Theology II - God

Beyond Words: Orthodox Jews do not use the word God. When speaking aloud, they use a description like "the holy one," and when writing, they write G-d. They do that to remind themselves that this word signifies more than a mere word can signify - that we can't ever completely understand the nature of God. For a similar reason, it is often useful to think of "god" - God in quotation marks.
  
Pagan Ideas of Divinity: Generally speaking pagan theologies such as pantheism, panentheism, and Goddess worship and place special emphasis on this earth, this life, and the sacredness of life, our bodies, and the natural world. Pantheists believe that God is the sum total of everything, material and immaterial, in our universe. Panentheism says that God is in everything, but is also present beyond the material universe. Traditional, indigineous faiths the world over speak of a Great Spirit or a Mother Goddess.
  
A Higher Power: The term Higher Power denotes a divine force that can be defined in many ways. Many people use this term to express a kind of power that exists outside of us, but mostly manifest within us, and encourages us to become our own higher selves.
  
Divine Power with Limits: The root cause is the problem of evil. If God is good and all-powerful, why do bad things happen too good people? To resolve this  issue, most religions consider divine power to be limited. Western religions maintain that God's power is limited by human free will. Persons who believe that God's power to control events is limited often take solace in the thought that, while God could not prevent their difficulties, God's comforting spirit is with them in those difficulties. Part of this view is the slogan: "God has only our hands to do good in the world."
  
The God of Liberation: This is a God who sides with the poor and oppressed wherever they are found and nudges all people toward acting for  justice and making peace.
  
The Human as the Highest: Humanists believe that the highest and best we can know in this universe is humanity, with our grand ideals, marvelous minds, and great potential. Most humanists don't like to use the word God, but they still have a theology, which is a theory or a blief about the highest and best.
  
The Unfinised God: In process theology the essence of the divine is creativity. Divinity is that which brings the new into the world, not only through the creation of the universe, but through evolution, new ideas, and greater love of humanity.
  
Atheists and Agnostics: Some people look as deeply and clearly as they know how into life and its meanings and find no hint of a God by any definition, anywhere. The intricacies of the world provide plenty of discovery and meaning for a richly lived human life. If they are quite sure that there is no God, they are atheists. If they feel they don't know for sure but lean against believing, they are agnostics.
  
Living with Many Names: Many images and understandings of divinity can be found in the world^s scriptures, poetry, and theologies. How do we all get along? We do that by being always mindful that our images and understandings are at best approximations of an infinite truth that simply cannot be captured by finite beings. When we remember that fact, our regard for persons with visions and words that differ from ours is not grudging tolerance but an open-hearted curiosity about yet another way of understanding the divine.
  
The name of this infinite and inexhaustible depth and ground of all being is God. That depth is what the word God means. And if that word has not much meaning for you, translate it, and speak of the depths of your life, of the source of your being, of your ultimate concern, of what you take seriously without any reservation. Perhaps, in order to do so, you must forget everyting traditional that you have learned about God, perhaps even the word itself.  Paul Tillich
  
by Christine Robinson & Alicia Hawkins. 2009. Heart to Heart. Skinner House, Boston, pp. 37-45.
  
Thinking of God today as creativity (instead of as The Creator) enables us to bring theological values and meanings into significant connection with modern cosmological and evolutionary thinking. This conception connects our understanding of God with today's ideas of the Big Bang; cosmic and biological evolution; the evolutionary emergence of novel complex realities from simpler realities, and the irreducibility of these complex realities to their simpler origins; and so on. It eliminates anthropomorphism and anthropocentrism from the conception of God (…) This mystery of creativity—God—manifest throughout the universe is quite awe-inspiring, calling forth emotions of gratitude, love, peace, fear, and hope, and a sense of the profound meaningfulness of human existence in the world—issues with which faith in God usually has been associated. It is appropriate, therefore, to think of God today as precisely this magnificent panorama of creativity with which our universe and our lives confront us.  Gordon D. Kaufman

Donnerstag, 22. September 2011

Vedanta

“Es gibt nur eine Wahrheit – die Weisen nennen sie mit verschiedenen Namen .” -Die Rig Veda

“Gott ist gut.” -Aus der Bibel

(Wenn wir Gott depersonalisieren, wird es zum “Guten“ [unpersönliche Wirklichkeit],
wenn wir das Gute personifizieren, wird es zu einem Persönlichen Gott.)

"Denn wie atmet doch der Oupnek'hat (persisch-lateinische Übersetzung der Upanishaden) durchweg den Geist der Veden. Wie wird doch der, dem durch fleißiges Lesen das Persisch-Latein dieses unvergleichlichen Buches geläufig geworden, von jenem Geist im Innersten ergriffen! Wie ist doch jede Zeile so voll fester, bestimmter und durchgängig zusammenstimmender Bedeutung! Und aus jeder Seite treten uns tiefe, ursprüngliche, erhabene Gedanken entgegen, während ein hoher und heiliger Ernst über dem Ganzen schwebt. ... Es ist die belohnendste und erhebendste Lektüre, die (den Urtext ausgenommen) auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens und wird der meines Sterbens sein." (Parerga und Paralipomena II § 184) Arthur Schopenhauer
  
Das Wort “Vedanta” setzt sich aus zwei Wörtern zusammen: “Veda”, was “Wissen” bedeutet und “anta”, was “Ende” oder “Ziel von” bedeutet. In diesem Zusammenhang ist das Ziel des Wissens kein intellektuelles, kein begrenztes Wissen, wie wir es durch das Lesen von Büchern erwerben. “Wissen” bedeutet hier die Kenntnis von Gott wie auch die Kenntnis unserer eigenen göttlichen Natur. Vedanta ist also die Suche nach Selbsterkenntnis wie auch die Suche nach Gott.
Was meinen wir, wenn wir “Gott” sagen? Im Vedanta ist Gott grenzenloses Sein, grenzenlose Bewusstheit und grenzenlose Seligkeit. Das Wort für diese unpersönliche, transzendente Realität ist Brahman, der Göttliche Grund des Seins. Vedanta sagt aber auch, dass Gott ebenso persönlich sein kann und in jedem Zeitalter menschliche Form annimmt.
Wesentlich ist: Gott wohnt als das göttliche Selbst oder der Atman in unserem eigenen Herzen. Der Atman wurde weder geboren noch wird er je sterben. Weder befleckt durch unser Fehlverhalten, noch beeinflusst durch die Veränderungen des Körpers oder des Denkens, ist der Atman von unserem Kummer, unserer Verzweiflung, Krankheit oder Unwissenheit nicht betroffen. Der Vedanta erklärt: Rein, vollkommen, frei von Begrenzungen, ist der Atman eins mit Brahman. Der größte Tempel Gottes befindet sich im menschlichen Herzen.
Weiter erklärt Vedanta, dass das Ziel des menschlichen Lebens darin besteht, unsere Göttlichkeit zu verwirklichen und zum Ausdruck zu bringen. Das ist nicht nur möglich, sondern es ist unumgänglich. Göttlichkeit ist unsere Natur. Gottverwirklichung ist unser Geburtsrecht. Früher oder später – in diesem oder in künftigen Leben – werden wir alle unsere Göttlichkeit offenbaren, denn die größte Wahrheit unserer Existenz ist unsere eigene göttliche Natur.
Schließlich betont Vedanta, daß alle Religionen die gleichen Grundwahrheiten über Gott, die Welt und über unsere Beziehung zueinander lehren. Die Weltreligionen bieten unterschiedliche Möglichkeiten an, sich Gott zu nähern. Jede ist wahr und gültig, jede Religion bietet der Welt einen einzigartigen, unersetzbaren Weg zur Gottverwirklichung an. Die sich widersprechenden Botschaften innerhalb der Religionen beruhen mehr auf Lehrmeinungen und Dogmen als auf der Realität spiritueller Erfahrungen. Während in den äußeren Regeln der Weltreligionen Verschiedenartigkeiten bestehen, sind sie sich innerlich bemerkenswert ähnlich.
   
"Er (Gott) ist ein und dasselbe Wesen. Verschiedene Menschen nennen Ihn mit verschiedenen Namen. Es ist so: Es gibt vier Badestellen an einem Teich. Einige Menschen benutzen das Wasser von einer Stelle und nennen es ‘jal’. Jene, die das Wasser einer anderen Stelle benutzen, nennen es ‘paani’. An einer dritten Stelle nennen sie es ‘Wasser’ und an einer vierten ‘aqua’. Doch es ist überall dasselbe Wasser."  Sri Ramakrishna
   
 "Möge Er, der das Brahman für die Hindus,
der Ahura-Mazda für die Zoroaster,
der Buddha für die Buddhisten,
der Jehova/JHWH für die Juden
und der Vater im Himmel für die Christen ist,
dir die Stärke verleihen, deine edlen Ideale zu verwirklichen."
Swami Vivekananda
    

Towards harmony of faiths - 150th birth anniversary of Vivekananda

Times of India
Narenda Dutt, better known as Vivekananda, established the Ramakrishna Order to share and spread the values of Vedanta, and reach quality eduction and healthcare to as many people as possible.
Swami Vivekananda renewed people's interest in religion by bringing religion to center stage after infusing it with a new meaning. He promoted inter-faith harmony. Hence his teachings are of great relevance, particularly in the current context.
For Vivekananda, service to God meant service to the disadvantaged. He coined a new word, Daridra Narayana - seeing God in the less privileged - and it was upheld as a religious axiom. Like Buddha, Vivekananda promoted rationality in human conduct so that religion relates to intellectual conscience and rational thinking. That way, it would appeal to a wider audience.
Any religion that divides people or exalts privileges, encourages exploitation and instigates wars cannot be justified. Hence his was a gender-neutral espousal of lofty religious values that he believed would help expand human consciousness. According to Vivekananda, we need to renounce hatred and cultivate love and compassion for all; only then can we begin to live in peace and harmony.
It is not possible to live an isolated life. As more and more people migrate to urban areas, an increasingly greater number of people of different faiths live side by side. Hence there is the need for greater understanding of each other's aspirations, faiths and beliefs as well as practices.
To Vivekananda, Vedanta was not Brahmanism or Buddhist, Christian or Muslim. Vedanta was the sum total of all of these. In his historic address to the Parliament of Religions in Chicago on September 11, 1893, Swami Vivekananda clarified as follows: "The Christian is not to become a Hindu or Buddhist, or a Hindu or a Buddhist to become Christian; each must assimilate the spirit of the other and yet preserve individuality and grow accordingly." Paramahansa Ramakrishna said: "Jato mat, tato path" - that is, "As many opinions, that many ways". Swamiji greatly valued plurality of approach in human affairs and spoke against uniformity that ends any kind of diversity.
Vivekananda said: "The greatest misfortune would be if all were to recognise and accept but one religion, one universal form of worship, one standard of morality. This would be the death-blow to all religious and spiritual progress." The Ramakrishna Order takes care of each and every member's food, clothing, shelter and healthcare needs. It motivates its personnel through rigorous training and idealism.
We are living in a world which is marked by hatred and violence, terrorism and suicide squads. Terrorists are using religious slogans to justify their gross deeds. But how could a man of religion be a terrorist? How could a religious person join a suicide squad if he believes in service of the disadvantaged? Swamiji's answer was to encourage plurality of faiths and harmony among religions.
Swami Vivekananda declared in the Parliament of Religions that "If anybody dreams of the exclusive survival of his own religion and the destruction of others, I pity him, and point out to him that upon the banner of every religion will soon be written, in spite of resistance: 'Help and not Fight', 'Assimilation and not Destruction', 'Harmony and Peace and not Dissension." As we celebrate the 150th birth anniversary of Swami Vivekananda, let's also celebrate all that the young monk stood for.
    
by

Sonntag, 18. September 2011

UU Theology I

Christ: the life of mutual love.

Theology: understanding of what is holy, most precious, most salutary, most worthy of our devotion and faithfulness.

God is a shorter name for the reality greater than all, yet present in each.

Love is the doctrine of this church,
The quest of truth is its sacrament,
And service is its prayer.
To dwell together in peace,
To seek knowledge in freedom,
To serve human need,
To the end that all souls shall grow into harmony with the Divine -
Thus do we covenant with each other and with God.

The Ruler of the realm of all nature is generous, not greedy. He makes the grass and the fruits of the earth to grow, the rains to fall and the sun to shine for all the creatures of the earth. Thus he shows his love for all the world. How can we not love God in return! Moreover, our Creator causes us human beings to love one another and our land and animals, as he loves us. We do not need these human kings. We can enter into a political and religious covenant with each other and with God the King of the Universe to be ruled by his holy ways of love and generosity.
Who was the genius who invented this covenantal metaphor? Assigned new meaning to the old words, king and covenant? Was it Noah? Or Abraham? Or Moses? It doesn’t matter. What matters is that the idea of a freely entered covenant - with the very nature of loving and lawful reality - became the root idea of the political religion of a people, the ancient Israelites. The Israelites told each other and wrote down stories about their political and religious covenant and their attempts - and their failures - to keep covenant with each other and with God. They created a literature which nourished their memories and their hopes. They fed their dedication, to a loving and freely cooperative way of life, with stories of their great King of the Universe and his care for them, as well as the wrath of his anger when they broke their covenant with him, by doing wrong to one another. Our modern understanding of political democracy evolved from our ancestors’ engagement with and adaptations of Israelite stories.
American democracy was born when members of our own oldest churches in New England focused their attention on the oldest stories in the Bible and said, "We don’t need a human king either. We, too, can be free to live in covenantal fealty, in faithful love, to each other and to God.
And Jesus and his disciples spoke politically; that is, with regard for organization. They said, Lord knows, it is not always easy to figure out what are the ways of love! But even in this empire, we can form covenanted congregations we decide to enter, one by one, and help each other live in a context far larger than the puny Roman Empire which - however strong it looks - will fade sooner or later, as all empires do. Caesar will not like us forming congregations and meeting to worship and to help one another discern what is love requires of us. He will hound us and persecute us for presuming to claim our ultimate loyalty is to something bigger and more important than he is. But, unless we let him intimidate us, he cannot stop anything like all of us from organizing to worship and to learn to live freely in accord with the laws of love.
Find, together what is more meaningful, more loving, more worthy of your attention, and be empowered in devotion to these things. Seek and ye shall find. Knock and it shall be opened to you. The truth will make you free.
It makes sense to me to believe all the great religious traditions of the world began with somebody’s extraordinary insight into what, in all this great buzzing banging, blooming and silent mystery really matters most for human beings, to love, to understand, to trust and be faithful to, because it is life giving and life enhancing. If anybody wants to call such extraordinary insight revelation, it’s all right by me.
A vital religion keeps us tied together, so we can stand up and move and get things done and live, with love and meaning, together, when a healthy cult is the heart of a culture.

One version of our liberal covenant:
Though our knowledge is incomplete,
our truth partial and our love uneven,
From our own experience and from
the witness of our faith tradition
We believe
that new light is ever waiting to break
through individual hearts and minds
to illumine the ways of humankind,
that there is mutual strength
in willing cooperation,
and that the bonds of love keep open
the gates of freedom.
Therefore we pledge
to walk together in the ways
of truth and affection
as best we know them now
or may learn them in days to come
That we and our children may be fulfilled
And that we may speak to the world
with words and actions

by Alice Blair Wesley, The Minns Lectures 2000.

Freitag, 16. September 2011

Einführung in die Theologie

Theologie beschäftigt sich wissenschaftlich mit dem Glauben, insbesondere mit dem christlichen Glauben an Gott. Die Hauptgebiete sind Altes und Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Praktische Theologie und Religions- und Missionswissenschaften. Daraus wird dann ein Wahrheitsanspruch abgeleitet. Sich systematisch mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen ist eine gute Sache. Und die Theologie hat im Laufe der Jahrhunderte ein beachtliches Wissen angesammelt. Aber beweisen kann sie die Existenz Gottes nicht! Damit unterscheidet sich die Theologie grundlegend von allen anderen Wissenschaften. Alle anderen Wissensgebiete beziehen sich auf einen Gegenstand dieser Welt (z.B. die Natur, die Gesellschaft, die menschliche Psyche, etc.) Nur der Gegenstand der Theologie ist nicht von dieser Welt. Es geht ihr um die Frage nach Gott. Damit stellt sie die grösst mögliche Frage, nämlich was hinter dieser Welt steckt? Was die Ursache dieser Welt ist? Warum gibt es etwas und nicht vielmehr nichts? Die Antwort, die sie dabei findet, bleibt aber höchst spekulativ! So wird unser Dilemma deutlich: auf die Frage "nach allem", kennen wir keine gesicherte Antwort. Über alles andere dieser Welt haben wir inzwischen ein ziemlich umfangreiches Wissen. Nur auf die grösste Frage von allen - dem woher und dem wohin dieser Welt - gibt es kein gesichertes Wissen! Die Religion bemüht sich um eine Antwort auf diese Fragen, kann aber keine Gewissheit schaffen. Die Theologie ist die Wissenschaft des Glaubens, nicht des Wissens. Von ihrem Anspruch her ist die Theologie die erste Disziplin der Wissenschaften, von ihrem Ergebnis her beurteilt, die letzte.
Mit dieser Aussage kommen wir zu einer Typologie des Christlichen Glaubens. Diese Typologie hat zwei Extreme. Das eine Extrem ist das moderne wissenschaftliche Weltbild. Es ist das Ergebnis der modernen Wissenschaften, wie sie sich seit der Aufklärung entwickelt haben. Grundlegend dabei sind die Naturwissenschaften. Naturwissenschaften sind materialistisch und kommen ohne die Annahme eines Gottes aus. Es sind die Naturgesetze, welche den Lauf der Welt erklären, nicht Gott. Entsprechend sind sie atheistisch. Auf der anderen Seite haben wir die "klassische Theologie", das archaische Christentum, das noch aus einer voraufgeklärten Zeit stammt. Hier wird die Bibel als unverrückbares Wort Gottes verstanden. Damit hat man vermeintliche Gewissheit. Man muss nur genau der Bibel folgen. Das Problem dieser Position ist, dass sie manchen Erkenntnissen der modernen Wissenschaften widerspricht! Die Welt und der Mensch sind nicht - wie im Buch Genesis beschrieben - von Gott in 6 Tagen erschaffen worden. Vielmehr ist das Leben langsam, über Jahrmillionen evolutionär entstanden. Aus einer aufgeklärten, naturwissenschaftlich geprägten Weltsicht sind auch die diversen "Wunder", wie sie die Bibel zahlreich beschreibt, unglaubwürdig.
Die moderne, evangelische Theologie nimmt nun eine Mittelposition zwischen diesen beiden Extremen ein. Dies soll am Beispiel zweier ihrer herausragendsten Köpfe verdeutlicht werden.
Da ist einmal Rudolf Bultmann. Einerseits hat er die Entmythologisierung der Bibel vorangetrieben. Er hat klargemacht, dass die Bibel durch das vor-wissenschaftliche Weltbild ihrer Schreiber von vor 2000 Jahren geprägt ist. Der Mythos lebt in ihr. In einem zweiten Schritt gilt es aber die Bibel existenzialistisch zu verstehen. D.h. in ihren Mythen den Kern der christlichen Botschaft zu erkennen. Die Bibel beschreibt auf existenzialistische Art und Weise Angst und Verzweiflung der Menschen. Macht aber auch deutlich - wie wir angesichts Gottes - wieder Glaube, Hoffnung und Liebe finden können. Das ist die "frohe Botschaft" des biblischen Glaubens.
Anderseits hat Paul Tillich versucht einen Dialog zwischen Theologie und der Philosophie, der Kunst, der Psychologie, der Geschichte, und anderen Wissenschaften zu etablieren. Er hat versucht Religion und Kultur miteinander zu korrelieren. Er machte deutliche, wie religiöse Symbole als Antwort auf die fundamentalen Fragen des Menschseins verstanden werden können. Symbole sind die Mittler, welche den kulturellen Austausch ermöglichen. Dabei wird das Symbol weit definiert: nicht nur Bilder, sondern auch Rituale, Geschichten, Heilige, und Ideen. Und es sind diese religiösen Symbole, die uns helfen Sinn zu finden. "Gott als Schöpfer" steht für die schützende und bergende Kraft angesichts der destruktiven und vernichtenden Kräfte. "Jesus der Christus" (der Messias) steht für vorbildlichen Mut und Liebe selbst in der tiefsten Verzweiflung. Das "Reich Gottes" steht für den Sinn der Geschichte, usw. Dies sind nur zwei Wege, die zeigen sollen, wie gute Theologie Sinn, Wahrheit und Schönheit ins Leben bringen will.

Eine gute Einführung ins Thema ist: "Theology - A Very Short Introduction", von David F. Ford, Oxford University Press, 1999.

***
"Was ist so beunruhigend, wenn Menschen lachen?" - "Lachen tötet die Furcht. Und ohne Furcht kann es keinen Glauben geben. Wer keine Furcht vor dem Teufel hat, der braucht keinen Gott mehr."
Ist es erlaubt über alles zu lachen? Können wir auch über Gott lachen?"
aus: 'Der Name der Rose', von Umberto Eco

"Die Rose ist ohne Warum, sie blüht, weil sie blüht,
Sie achtet nicht ihrer selbst, fragt nicht, ob man sie sieht."
Angelus Silesius

Mittwoch, 7. September 2011

Sexueller Missbrauch

"Sexueller Missbrauch": Begrifflichkeit und Defintion

Kindesmissbrauch, sexuelle Gewalt oder Misshandlung – in den Medien kursiert eine Reihe unterschiedlicher Begriffe. Viele dieser Bezeichnungen sind bei näherer Betrachtung problematisch.
Der Begriff „Kindesmissbrauch“ ist umstritten, weil das Wort „Missbrauch“ nahe legt, es gäbe einen legitimen sexuellen Gebrauch von Kindern. Auch alternative Begriffe, wie „sexuelle Gewalt“, „sexualisierte Gewalt“ oder „sexuelle Misshandlung“ sind sprachlich ungenau. Denn die Gewalt an sich ist nicht zwangsläufig sexuell, sondern sie wird benutzt, um sexuelle Ziele zu erreichen. Außerdem kann Missbrauch auch ohne körperliche Gewaltanwendung und ohne körperlichen Kontakt stattfinden – zum Beispiel in Form von Exhibitionismus oder Konsum von Kinderpornographie


Definition der Tat: Befriedigung auf Kosten des Kindes

Unter sexuellem Missbrauch versteht man jede sexuelle Handlung, die durch Erwachsene oder Jugendliche an, mit, oder/und vor einem Kind vorgenommen wird. Die Täterin oder der Täter nutzt die körperliche, psychische, kognitive und sprachliche Unterlegenheit des Kindes aus, um ihre oder seine Bedürfnisse auf Kosten des Kindes zu befriedigen.
Enge Definitionen beziehen ausschließlich Handlungen mit direktem und eindeutig als sexuell identifizierbarem Körperkontakt zwischen Opfer und Täterin bzw. Täter ein. Das heißt: ein Berühren, das unmittelbar der sexuellen Bedürfnisbefriedigung der Täterin oder des Täters dient. Dies reicht vom Anfassen der Brust oder den Genitalien des Kindes bis hin zur vaginalen, analen oder oralen Vergewaltigung.


Exhibitionismus und Pornographie: Auch das ist Missbrauch

Weite Definitionen von sexuellem Missbrauch umfassen zudem sexuelle Handlungen mit indirektem oder ohne Körperkontakt. Dazu gehören beispielsweise Exhibitionismus und die Nötigung des Kindes,
sexuelle Handlungen an sich selbst vorzunehmen oder pornografische Filme anzuschauen.


Mögliche Symptome: Ängstlichkeit, Rückzugstendenzen, Leistungsabfall

Eindeutige körperliche oder psychische Symptome, die auf sexuellen Missbrauch hindeuten, gibt es nicht. Es können aber Veränderungen bei den Betroffenen wahrgenommen werden – denn häufig senden Kinder mit ihrem Verhalten Signale aus. Ängstlichkeit, Leistungsabfall, Rückzugstendenzen, Konzentrationsschwäche, Stimmungsschwankungen und emotionale Durchbrüche, Ruhelosigkeit und Nervosität, Vermeidungsverhalten, sexualisiertes Verhalten oder eigene Gewalttätigkeit können solche möglichen Signale sein.


Folgen des Missbrauchs: Symptome manchmal erst im Erwachsenenalter

Wenn Kinder missbraucht werden, kann dies sehr unterschiedliche Folgen haben. Intensität und Dauer des Missbrauchs, der Grad der Abhängigkeit zum Missbrauchenden, persönliche Merkmale und die sozialen Beziehungen des Kindes spielen hierbei eine Rolle. Auch müssen die Symptome nicht unmittelbar nach dem Übergriff auftreten, sondern können sich zum Teil erst viel später bemerkbar machen. Manchmal treten die Folgen der Traumatisierung erst im späten Erwachsenenalter auf.
Kinder fühlen sich bei Missbrauch fast immer schuldig für das Geschehene, sie schämen sich und bleiben zugleich in der emotionalen Abhängigkeit vom Missbrauchenden. Zudem ist der Geheimhaltungsdruck eine ständige Belastung. Die von Missbrauch in der Familie betroffenen Kinder wollen in der Regel die familiären Beziehungen aufrechterhalten. Aufgrund dieser Gefühle und Einschätzungen trauen sie sich oft nicht, jemandem von den Missbrauchserlebnissen zu erzählen und Hilfe zu suchen. Häufig kommt zudem die Angst hinzu, dass ihnen möglicherweise nicht geglaubt wird.
Äußerungen und Verhaltensweisen von Kindern, die den Verdacht von sexuellem Missbrauch aufkommen lassen, sollten immer ernst genommen werden.

Bei Verdacht: Beratungsstelle kontaktieren!



Therapie

Die Auswirkungen von sexuellem Missbrauch sind vielfältig. Tief greifende Auswirkungen auf die eigene Person und ihre soziale Beziehungen, Schuldgefühle, Scham, Ekel, Angst vor Nähe, Misstrauen und Selbstabwertung können die Folge sein. Neben einer Postraumatischen Belastungsstörung (PTBS), (die nicht immer auftreten muss), kann es beispielsweise zu Teilamnesien, Depressionen, dissoziativen Störungen (DIS), Persönlichkeitsstörungen (Borderline), Bindungsstörungen, sexuellen Störungen, Suchtverhalten, Angststörungen, aggressiven Verhaltensmustern, selbstverletzendem Verhalten und Suizidversuchen kommen.
Sexuell missbrauchte Menschen befinden sich je nach Schwere des Missbrauchs und Ausprägung der Symptomatik in einer Art ständiger Alarmstimmung. Kleinigkeiten, die an das Trauma erinnern, sogenannte Trigger, wie zum Beispiel sexuelle Schlüsselreize, aber auch ganz individuelle, mit dem Missbrauchserlebnis in Zusammenhang stehende Auslöser, können körperliche Symptome wie Herz-Rasen, Zittern, Angstschweiss, Atemnot, Übelkeit und weiteren Symptome hervorrufen. Von Missbrauch Betroffene berichten immer wieder von Sprachlosigkeit, die sie in ihrem Alltag und auch in ihren Therapiestunden überkommt, wenn sie sich in Krisen befinden oder an das Trauma  zurückerinnern. Sie sind unfähig auszudrücken, was sie fühlen oder denken, und unfähig, das Trauma mit Worten zu beschreiben. Helfen können Kreativtherapien, körperorinetierte Therapien und traumatherapeutische Verfahren.


Anklage: Missbrauch, 3sat Themenwoche

Unabhängige Beauftragte zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs

The Forgiveness Project


Traumatisierte Menschen leiden oft noch viele Jahre später unter dem Erlebnis.


"Our Universalist message of hope says that Love has the final word and Love's work is to heal and forgive. It says that vaster than our wrongs is the vastness of the mystery; vaster than our missdeeds and hurts is the vastness of our kinship. It says the last vast thing is Love!"

Mittwoch, 31. August 2011

The Psychology of Dictatorship - Insights from Child Psychology

The people of Tunisia and of Egypt overthrew their dictators earlier this year. The civil uprising against the leadership in Libya, and similar movements in other countries, continue. The twentieth century also threw up Hitler, Mussolini, Stalin, Idi Amin and Pol Pot. Other regimes have caused much human suffering in Eastern Europe, Africa and South America, and many persist.This all raises broader questions. Why do we have dictatorships? Why do dictators have such loyal followers? What's the psychology?
Does the spiritual dimension throw any light on the subject? In simple terms, ‘Good' and ‘Evil' take sides against each other, with dictators and their henchmen embodying evil. The masses act as their (relatively) innocent pawns. So it goes, but this is not a full and sufficient explanation of the phenomenon.
Many dictators suffer from extraordinarily high levels of both grandiosity and paranoia. These dynamics usually go together, based on thinking as follows: "I am supreme and special. People are envious of me. I must control or destroy them before they destroy me."
During the first, ‘egocentric' stage, the everyday experience of a very young child involves standing at the centre of his or her own universe. There is a magical and omnipotent quality about this. When the child wants something to happen, it happens. When something else happens, something unwanted, the child flies into a rage... and this gets the desired result, when a parent intervenes to deliver what is wanted.
Dictators frequently behave like this, as if they are stuck in stage one, ready to rant whenever thwarted until they get their way, and then to punish without justice those chosen to take the blame.
In the second, ‘conditioning' stage, more rational, external influences take control. The child increasingly recognises his or her dependency on the goodwill and co-operation of others, seeking to follow and please those who are stronger and can ‘make things happen' for them. People stuck in this stage, anxious about their security, make good henchmen for tyrants. They feel safe and powerful doing the bidding of the one in ultimate control.
From this perspective, cruel, tyrannical and repressive dictatorships are major examples of spiritual immaturity gone wrong.
The majority of people forced to submit to brutal and intolerant regimes are those in ‘conformist' stage three, governed by the drive to belong. Those in the ‘individual' stage four; people who think independently, speaking and acting for themselves; are among those who flee repression or resist it, sometimes at great cost to themselves, their families and associates.
Dictatorships can often be recognized by the overthrowing of religion and suppression of spiritual values. The ‘Fatherland' and racial purity, or the ‘Revolution' and social equality, for example, are set as the highest ideals, however partisan and unrealistic in reality. The ‘Führer' (Hitler), ‘Party Leader' (Stalin), ‘Head of State' or ‘Generalissimo' (Mussolini) then becomes a kind of secular High Priest to the cause in each case. This too attests to the general spiritual immaturity of such types of leadership.
It is also true that leaders of religious groups and organizations have at times established intolerant, tyrannical and oppressive regimes. Here, the psychology - and relative spiritual immaturity - is the same. Truly mature spiritual leaders do not want to lead and dictate but to serve their people, and to do so fully in the people's interests and without discrimination.
Part of the merit of a spiritual interpretation of dictatorships is the possibility it offers for hope. At one level, any time our understanding of a problem is improved, it increases our options for finding wise and workable solutions. Even more hopeful is an idea that comes from the word for ‘evil' in some Middle Eastern languages (such as Aramaic, the language of Jesus). It translates not so much as ‘bad' but as ‘unripe'. Unripe, of course, is the same as ‘immature'.
The implication is that what is unripe can mature, given the right, circumstances. A bad person can be nurtured and turned around; even a dictatorship, if not replaced, can sometimes be transformed into something healthier.
The first step would be to prevent further injustice and suffering, as far as may be possible. Those who are ‘unripe', or evil, must be prevented from harming themselves further, by being prevented from harming others. This obeys the spiritual principle of ‘reciprocity', by which harming people somehow damages the destructive one, and helping people benefits the helper.
Omnipotent, ‘egocentric' stage infants grow to accept their limitations when they cannot get their way all the time, and when adults stop pandering to their whims. They are forced by nature and circumstances to mature into the ‘conditioning' stage. These children then develop further when no longer in total thrall to rigid parental guidance or external leadership.
Isolate and remove power from a tyrant and his henchmen, the general mass of people feel liberated from oppression. Each may then be encouraged to develop further, from ‘conformist' stage three towards ‘individual' stage four and beyond.
Some will have grown through the adversity of oppression, already thinking independently, taking responsibility for their thoughts and actions (perhaps as resistance workers) into ‘integration' stage five. In the aftermath of dictatorship, when order needs restoring, these more enlightened people can form the nucleus of a wiser, more compassionate leadership. Although continuing rivalry and factionalization remain very possible, this would be the ideal, and provide the best way forward for the majority.
Spiritually enlightened leadership is rare. We do well to recognize it - and emulate it - when we can. As people generally mature in terms of spiritual development, generation by generation, the powers of dictators and dictatorships will naturally wane. This is our hope for the future.

Learning from Dictatorship, a spiritual understanding of dictatorships offers hope, by Larry Culliford, Psychology Today.

Freitag, 26. August 2011

Einweisung in die Mythologie des Weltterrors

Richard Picker, den wir bereits im Post "Entdämonisierung durch Psychotherapie", vom 26. Juli 2011, kennengelernt haben, hat einen interessanten Artikel zum Faschismus geschrieben: "Die NAPOLA - Einweisung in die Mythologie des Weltterrors". Darin beschreibt er seine eigenen Erfahrungen, die er als Junge in der NAPOLA (National-Politische Erziehungsanstalt) gemacht hat. In solchen Schulen sollte die künftige Elite des Nationalsozialistischen Staates herangebildet werden.
Es sollten kriegstaugliche Charaktereigenschaften gebildet werden, wie Treue bis in den Tod, vollkommene Opferwilligkeit und bedingungsloser Gehorsam. Der gesamte Ausbildungsrahmen sollte beim Schüler ein Herrenbewusstsein entwickeln. In der nationalsozialistischen Erziehungsanstalt wurde Still sein - sich anpassen - nicht nachdenken gefordert. Denn "zäh wie Leder, flink wie Windhunde und hart wir Kruppstahl" sollten die deutschen Jünglinge werden. Dazu mussten sie zunächst einmal physisch und psychisch zusammenbrechen, um dann "neu zusammengesetzt" zu werden. Ein Vorgehen das jedem Militär auf der Welt vertraut ist und auch in der Schweiz in jeder Rekrutenschule praktiziert wird. Aber das Leben in der Napola war dann doch einiges härter und die Ambitionen unvergleichlich. Gezielt wurde darauf geachtet, dass es zu keiner Identitätsbildung am Rande oder gar ausserhalb der Machtreihe der Anstalt kam. Durch diese Strukturierung entstand ein Terrorregime der Kraft und Gewalt, das aus dem schier unerschöpflichen Reservior der Aggression schier unerschöpflich viel Energie beziehen konnte.

"Ich habe Lust im weiten Feld zu kämpfen mit dem Feind,
wohl als ein tapfrer Kriegsheld der's treu und ehrlich meint.
Wohlan die Fahne weht, wohl dem, der zu ihr steht!
Die Trommeln schlagen weit und breit: Frisch auf zum Kampf."

Der Gründungsimpuls der Napola ging von der Zusammenrottung einiger machtlüsterner Menschen zur Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) in München aus. Wie im Lehrbuch der Bandenbildung folgte darauf die brutale Niederknüppelung von Andersdenkenden, wo immer sie erfolgversprechend schien. Es kam zu einer unglaublich suggestiven Vortäuschung alter Ideale in neuem faschistischen Gewand. Die Jugend hatte endlich wieder ein Ziel, sie hatte eine Art neue Kirche - die Volksgemeinschaft - und einen neuen Gott. Der hiess Adolf Hitler. "Adolf Hitler, [Muammar al-Gaddaffi, Kim Jong-il, etc.], wir glauben an dich, ohne dich wären wir Einzelne, durch dich sind wie ein Volk. Das ist an ihm das Grösste, dass er nicht nur unser Führer ist und vieler Held, sondern er selber: grade, fest und schlicht, dass in ihm ruhn die Wurzeln unsrer Welt, und seine Seele an die Sterne strich und er doch Mensch blieb, so wie du und ich." (der Reichsjugendführer).
Wie man diesem Führer-Gott folgen sollte, das lehrte die Anstaltszucht. Sie kanalisierte zielstrebig und unerbittlich alles Aggressive, Mörderische, kurzum die ganze mögliche Zusammenrottung, die Gruppen aus sich entwickeln konnten auf das Ziel des Bösen hin. Das Böse war der Untermensch - besonders der Jude - und das Erziehungsziel war der Übermensch: der nordisch-germanische Deutsche. Die NS-Pädagogik in der Napola war eine umfassende, gnadenlose Verhaltensmodifikation gewesen.
Gegen die Zusammenballung von Macht und Faszinierung muss aber Widerstand geleistet werden! Der Versuch die Zusammenrottung durch Militärordnungen zu kanalisieren war bedrohlich erfolgreich. Hitler ist nur duch den allierten Sieg wirklich gestoppt worden. Es gab der Nazi-Zusammenrottung gegenüber offenbar keine andere effektive Lösung. Es scheint als ob der zweite Weltkrieg unweigerlich geführt werden musste, weil der Faschismus in Europa immer mehr Menschen in seinen Bann zog und jede andere reale Lösung blockiert war. Aber löst der Sieg auch das Problem des Mordens? Der Versuch, sich mit der Kraft und Dynamik der tödlichen Zusammenrottungsenergie zu verbünden, sie zu einem Militärapparat zu kanalisieren und mit ihr die Weltherrschaft anzutreten, kann selbstverständlich nur als mörderisch gewertet werden. Von der Warte des beginnenden 21. Jahrhunderts aus, können wir klar erkennen, dass es die Demokratie und die Menschenrechte sind, welche sich global am durchsetzen sind! Jüngstes Beispiel dafür ist der Fall Libyen im Rahmen der grösseren "arabischen Revolution".

Mittwoch, 24. August 2011

"Wo geht's denn hier zum Bahnhof?"

Ein Mensch in einer fremden Stadt fragt: "Wo geht's denn hier zum Bahnhof?"
Es antworten ihm ...
ein Gesprächstherapeut: "Sie möchten wissen, wo der Bahnhof ist?"
ein Psychoanalytiker: "Sie meinen diese dunkle Höhle, wo immer etwas Langes rein- und rausfährt?"
ein Verhaltenstherapeut: "Heben Sie den rechten Fuss, schieben Sie ihn nach vorn. Setzen Sie ihn auf. Sehr gut. Hier haben Sie ein Bonbon."
ein Gestalttherapeut: "Du, lass' es voll zu, das Du zum Bahnhof willst."
ein Hypnotherapeut: "Schliessen Sie die Augen. Entspannen Sie sich. Fragen Sie Ihr Unterbewusstsein, ob es Ihnen bei der Suche behilflich sein will."
ein Provokativ-Therapeut: "Ich wette, da werden Sie nie draufkommen."
ein Daseinsanalytiker: "Sie wollen wohl mit der Zugfahrt ihrer Todesangst entkommen."
ein Reinkarnationstherapeut: "Geh zurück in der Zeit - bis vor Deiner Geburt. Welches Karma lässt Dich immer wieder auf die Hilfe anderer Leute angewiesen sein?"
ein Familientherapeut: "Was ist Dein sekundärer Gewinn, wenn Du mich nach dem Weg zum Bahnhof fragst?"
ein Bioenergetiker: "Machen Sie mal sch ... sch ... sch ..."
ein Sozialarbeiter: "Keine Ahnung, aber ich fahr Dich schnell hin."
ein Esoteriker: "Wenn Du da hin sollst, wirst Du den Weg auch finden."
ein Soziologe: "Bahnhof? Zugfahren? Welche Klasse?"
ein NLP-ler: "Stell Dir vor, Du bist schon im Bahnhof. Welche Schritte hast Du zuvor getan?"
ein Coach: "Wenn ich Ihnen die Lösung vorkaue, wird das Ihr Problem nicht dauerhaft beseitigen."
ein Benchmarker: "Kennen Sie jemanden, der ähnliche Logistikprobleme bereits erfolgreich gelöst hat? Wie lässt sich dessen Vorgehen sinnvoll auf Ihre Situation übertragen?"
ein Zeitplanexperte: "Haben Sie denn überhaupt genügend Pufferzeit für meine Antwort eingeplant?"
ein Moderator: "Welche Lösungswege haben Sie schon angedacht? Schreiben Sie alles hier auf diese Kärtchen!"
ein Manager: "Fragen Sie nicht lange. Gehen Sie einfach los."
ein Priester: "Heiliger Antonius, gerechter Mann, hilf, dass er ihn finden kann. Amen."

Freitag, 19. August 2011

Kritik der wissenschaftlichen Methode

Physiker-Induktion: "Beweis, dass 60 durch alle Zahlen teilbar ist":

Man nehme Stichproben: 60/1, 60/2, 60/3, 60/4, 60/5, 60/6 ... funktioniert.

Man vergrößere die Abstände: 60/10, 60/12, 60/15 ... stimmt auch,

Ein Versuch noch: 60/30 ... klappt!

Beweis gelungen - wie die Versuchsreihe zeigt.

Dienstag, 16. August 2011

Conflict necessary for creativity

When M K Gandhi was thrown out of a train in South Africa he had a choice to make -- either to ignore the event and live in peace or enter into a conflict and face harassment, hardship and the possibility of getting physically hurt.
He chose the latter. Why? Did he not have a guru who had taught him that living in peace and tranquility was the ultimate objective of life and the best way to achieve this objective was to avoid situations of conflict? Why did he not walk away?
The Dalai Lama chose to live in exile rather than live in peace in Tibet. He is a spiritual master himself. He preaches peace around the world. Does he not know that living in peace requires avoiding situations of conflict?
Aung San Suu Kyi did not have to stay in jail. Winston Churchill did not have to join the World War. Nelson Mandela did not have to suffer in solitary confinement. Julius Nyerere did not have to fight a war with Idi Amin. There is a long list of people who have embraced conflict despite standing for peace, otherwise. They had the courage to stand up against repression rather than submit to it.
Both the Ramayana and the Mahabharata, revered Indic epics, are stories of war, not peace. Krishna did not tell the Pandavas to ignore the incident of Draupadi's humiliation in court (the Draupadi vastraharan). He encouraged them to go to war. The Gita says engaging in war to uphold truth is not a matter of choice for a warrior; it is his duty. Islam says participation in jihad is the duty of a Muslim when the fight is to uphold justice when challenged by oppression, as a way of self-defence.
Most are confused between conflict and the method of resolving a conflict. We assume, incorrectly, that Gandhi, as a peace loving person, must have avoided situations of conflict. On the other hand, he faced conflict heads on. Bhagat Singh and Gandhi were both gearing themselves to deal with conflict, except that Gandhi tried to employ peaceful means while Bhagat Singh chose aggression.
The duty of a scientist, artist or professor is also to engage in conflict against repressive regimes of knowledge. Any kind of limited knowledge is a form of bondage. Albert Einstein advanced the boundaries of scientific knowledge. James Joyce did the same in the world of literature. He flouted rules of writing as he saw them as restrictions on creativity. Picasso and M F Husain for example, explored realms beyond accepted rules in visual art. Mother Teresa redefined the concept of caring. Every one of them faced criticism and controversy, yet they remained convinced of the nature of their work and the methods they used to fulfill their vision. They remained engaged.
One can only conclude from this that people we admire and even those whom we worship have all rejected the existing as being adequate and have chosen to engage in conflict to expand the existing. They have redefined the purpose of our life.
The purpose of our life is not to live in passive acceptance but to engage with conflict in order to be creative. Creativity is the purpose of life. The purpose is to advance an individual soul and advance collective Consciousness. The [only] word of caution here is that we must first settle ourselves spiritually so that we know whether a conflict is justified or not.

Conflict necessary for creativity, by Raj Kachroo, The Times of India, August 16th, 2011

Eine Perspektive der Tiefenzeit

Die Entdeckung eines evolutionären Kontextes verändert radikal die Beziehung zu unserer persönlichen Erfahrung mit all ihren Höhen und Tiefen, Herausforderungen und Erfolgen. Wir erkennen einen Kontext der Tiefenzeit, in dem sich Entwicklung über einen langen Zeitraum vollzog - angefangen beim ersten Augenblick, als Etwas aus dem Nichts entstand. So weit wir wissen, existierte vor 14 Milliarden Jahren eine Leere, aus der plötzlich ein Impuls hervorbrach, der Energie, Licht, Materie, Leben, Bewusstsein wurde - und letztendlich du selbst. Wenn du dein eigenes Leben in einem evolutionären Kontext betrachtest, bedeutet das, dass du die Anstrengung machst zu sehen, dass jeder Aspekt deiner persönlichen Lebenserfahrung sich in diesem gewaltigen Prozess ereignet. Und noch bedeutsamer, du beginnst zu erkennen, dass du dich nach der Spitze der Evolution ausrichten musst, um wirklich in der Lage zu sein, zu der Entwicklung beizutragen, in der sich der Prozess vorwärts bewegt und entwickelt. Andernfalls folgst du lediglich den ausgetretenen Wegen und lebst nach den Mustern, die von vielen Menschen zuvor geschaffen wurden. Ohne es zu wissen, wirst du einfach das tun, was alle Anderen tun. Du wirst annehmen, dass du bewusst bist, weil die Evolution dich mit hoch entwickelten kognitiven Fähigkeiten ausgestattet hat. Aber es bedeutet nicht notwendigerweise, dass du etwas Neues tust. Es bedeutet nicht, dass du ein Pionier für Veränderung bist. Ein Pionier für Veränderung zu sein, bedeutet, an der Vorfront dieses gewaltigen Prozesses zu leben und aktiv danach zu streben, durch unsere eigene Transformation den gesamten Prozess voranzubringen, in dem Wissen, dass es 14 Milliarden Jahre gebraucht hat, um zu diesem Punkt zu gelangen.

Andrew Cohen